Digitale Plattformen ersetzen die Halle bei der SG H2Ku

HERRENBERG. Nach der Aussetzung des Spielbetriebs in allen Amateur- und Jugendligen des Handballsports hat die SG H2Ku Herrenberg sein Nachwuchstraining komplett auf digitale Plattformen verlagert. Seit einigen Wochen ist außerdem klar, dass es zu keinem normalen Jugendspielbetrieb unter Wettkampfbedingungen in dieser Saison in Württemberg kommen wird. Spiele werden ab Februar nur in einem „organisierten Freundschaftsspielbetrieb“ und damit als Vorbereitung für die Qualifikation stattfinden – wenn es die Regelungen zulassen.Interne Wettbewerbe und Trainingsvideos sollen derweil die Motivation der rund 400 Kinder und Jugendlichen im Gäu-Klub oben halten. Wir wollen den sozialen Kontakt bewahren und so dafür sorgen, dass der Bezug zum Handball nicht komplett verloren geht“, berichtet Jugendkoordinator Marcel Kohler, „die soziale Komponente ist ein wichtiger Baustein unseres Konzeptes.“

17. Dezember 2020, Kreiszeitung Böblinger Bote

Von Vanessa Frey

 Bis zu drei Mal wird bei den leistungsbezogenen Mannschaften online trainiert, samstags wird zudem ein übergreifendes Training von Fabian Gerstlauer, Trainer der Oberliga-Männermannschaft, und Bundesligaspielerin Aylin Bok angeboten. „Wir bieten allen unseren Spielerinnen und Spielern eine Mischung aus Athletik- und Koordinationsübungen für zu Hause“, erklärt Marcel Kohler die Idee weiter, „zudem haben wir Wettkämpfe ins Leben gerufen, die die Mannschaften untereinander austragen können, wie zum Beispiel eine Lauf-Challenge.“ Bereits im ersten Lock-Down haben die Verantwortlichen unter dem Motto „SGehtnurgemeinsam“ online Trainingspläne und verschiedene Aufgaben für Jugendtrainer und Mannschaften geboten. „Gerade in der jetzigen Zeit, müssen wir mehr investieren um unsere Kinder und Jugendliche bei Laune zu halten und diesen die Lust an unserem Sport zu vermitteln“, so Marcel Kohler, „wir merken bereits, dass wir vermehrt Kündigungen erhalten, da müssen wir gegensteuern.“

Trainer der Mannschaften von der C bis hin zu A-Jugend sind somit doppelt gefordert und müssen gleichwohl die persönliche Bindung neben dem Trainingsbetrieb aufrechterhalten. Auch die erste Damenmannschaft fordert die SG-Jugend zweimal die Woche über kure Videos zu online Koordinationsspielen heraus. Derzeit sind die Zweitliga-Handballerinnen die einzigen, die einen Fuß über die Schwelle der Markweghalle setzten dürfen. „Die Jungs und Mädels haben die Aufgabe diese Videos nachzustellen und diese einzusenden, bisher wird das sehr gut angenommen“, berichtet der Jugendkoordinator weiter, „insgesamt ist damit auch gewährleistet, dass wir für eine mögliche Aufnahme des Trainingsbetriebs nicht wieder bei null starten müssen.“ 

Am Verbandstag des Handballverbandes Württemberg am vergangenen Samstag stimmten die Delegierten für eine Aufnahme der bisher gespielten Runde zum Februar. Im Gegensatz zum Aktiven-Bereich sollen die Punktspiele der Jugend jedoch nur als organisierte Freundschaftsspiele durchgeführt werden, ohne Wettkampfwertung. Alle Spiele die bisher im Oktober gespielt haben, werden gestrichen. „In wieweit eine Umsetzung für dieses Modell für uns möglich ist, müssen wir zunächst prüfen“, sagt Marcel Kohler, „wichtig wäre es für alle Jugendspieler Erfahrungen unter Wettkampfbedingungen zu sammeln, wann und ob das wieder stattfinden kann, hängt zudem von den politischen Entscheidungen ab.“ Bis dahin wird sich der SG-Nachwuchs weiter online fitgehalten.