Nach der mehrwöchigen Winterpause in der Oberliga Baden-Württemberg gastierte der Tabellenletzte aus Köngen vergangenen Sonntag in der Herrenberger Markweghalle. Die Hausherren gaben sich dabei keine Blöße und siegten deutlich mit 41:25.

Allerdings boten die Gäste in der ersten Halbzeit dem Oberliga-Nachwuchs aus Herrenberg ordentlich Paroli. Bis zur 6. Spielminute rannte man einem Rückstand hinterher und auch in den Folgeminuten gelang es dem von Tim Gauß und Kolja Fritz gecoachten Team nicht, sich abzusetzen (13. Minute 11:11). Dies lag zum einen daran, dass im Angriff zu leichtfertig mit den eigenen Chancen umgegangen wurde und sich immer wieder technische Fehler in das Aufbauspiel einschlichen. Zum anderen bekamen die Herrenberger in der Abwehr keinen Zugriff auf Marian Siegel. Der stark aufspielende Rückraumakteur der Köngener strahlte stets Torgefahr aus und setzte seine Mitspieler mit tollen Anspielen in Szene. Ein kurzer Zwischenspurt der Herrenberger zum 16:12 reichte noch immer nicht,  um den Kontrahenten abzuschütteln – mit 17:15 fiel der Vorsprung zur Halbzeit geringer aus, als von vielen vor der Partie erwartet. Trainer Tim Gauß behielt dennoch die Ruhe: „Ich war nicht unzufrieden mit der ersten Halbzeit, wir haben unseren Matchplan eigentlich durchgezogen und mehr als die Hälfte der Tore über das Tempospiel erzielt, ohne viel Kraft aufzuwenden. Es war nur eine Frage der Zeit, wie lange Köngen da mithalten kann.“

Und er sollte Recht behalten. Die mit lediglich acht Feldspielern angereisten Gäste brachen nach Wiederanpfiff förmlich ein. Nach sechs Zeigerumdrehungen stand es bereits 23:18 für die SG H2Ku Herrenberg. Kimi Brenner und Julian Schuhmacher sorgten in dieser Phase mit jeweils drei Treffern für die Vorentscheidung. Letzterer zeigte insgesamt eine sehr gute Leistung, ging in den Zweikämpfen immer wieder in die Tiefe, war auch aus dem Rückraum torgefährlich und bekam damit nicht unverdient ein Sonderlob vom Trainer: „Er hatte heute durch die Ausfälle von Jonah Klose und Bruno Schanbacher im linken Rückraum viel Last zu tragen, was man ihm allerdings überhaupt nicht angemerkt hat. Um so einen Spieler ist jeder Trainer froh, den kannst du auf fast alle Positionen stellen und er funktioniert einfach.“ Da Köngen im Angriff kaum noch Mittel gegen die bewegliche Abwehr und einen besser ins Spiel findenden Torhüter Anton Zolg fand, wurde das Spiel von Minute zu Minute deutlicher. Der Endstand von 41:25 spiegelte letztlich die Kräfteverhältnisse auf dem Feld wider, unterschlägt aber, dass die Gäste dem Tabellenführer aus Herrenberg in den ersten 25 Minuten alles abverlangte.

SG H2Ku Herrenberg: Zolg, Ziegs (beide im Tor), Baumgärtner (3), Serwaty (2), Ferreira Alves (1), Koimsidis (2), Dreher, Schuhmacher (7), Wolber (4/3), Brenner (11/3), Eßlinger (4), Zimmer (3), Schmid (2), Stahl (2)