F1: Die nächste Hürde ist übersprungen
Mit einem deutlichen 33:25 (14:11) bei der HSG Böblingen/Sindelfingen haben die Oberligafrauen der SG H2Ku Herrenberg ihre Tabellenführung in der Liga souverän verteidigt. Etwa eine Viertelstunde dauerte es, bis die Kuties ihr volles Leistungsvermögen abrufen konnten.
„Derbysieger, Derbysieger!“, hallte es laut nach Spielschluss durch die Böblinger Murkenbachhalle. Die überschwängliche Freude der Herrenbergerinnen war mehr als verständlich, hatten sie doch nicht nur das prestigeträchtige Spiel beim geografischen Nachbarn gewonnen, sondern auch einen weiteren, extrem wichtigen Schritt in Richtung Regionalliga gemacht. Bis es soweit war, brauchte es aber eine Weile. Nach einer Viertelstunde stand es 8:8 und eine Siegermannschaft war noch nicht auszumachen. Das lag daran, dass beide Teams in der Anfangsphase eine gewisse Nervosität nicht ablegen konnten. Die Gäste hatten zudem damit zu kämpfen, dass sich kurz vor dem Anpfiff Sofia Brand krank meldete. Aufgrund eines grippalen Infekts war die quirlige Rückraumspielerin nur sporadisch einsetzbar. Allerdings wurde schon im späteren Verlauf der ersten Halbzeit deutlich, dass für Brand eben andere Spielerinnen in die Bresche sprangen. In den kurzen Einsatzzeiten band Sofia Brand zudem ständig zwei Gegenspielerinnen – ein Umstand, der viele Räume im Angriff schaffte. Bis zum Halbzeitpfiff konnten sich die Kuties dann bis auf ein 14:11 absetzen.

Die zweite Halbzeit sollte dann zu großen Teilen den Gästen aus Herrenberg gehören. Zwar konnten die BöSi´s bis auf 13:15 verkürzen, danach übernahmen die Gäste aber klar das Kommando. Die Grundlage für einen eindrucksvollen Sturmlauf bis zehn Minuten vor dem Ende legte dabei die Abwehrarbeit. „Spaß am Erfolg, Freude auf den nächsten Zweikampf“ hieß die Parole, die vor dem Spiel in der Kabine mittels Plakat ausgegeben wurde. Und die Kuties befolgten dies energisch. Die Angreiferinnen von Böblingen/Sindelfingen wurden immer wieder in die Mitte gedrängt, wo der Innenblock mit Katrin Schröder und Stefanie Schoeneberg schon wartete. Und wenn der Ball dennoch den Weg durch die Defensive fand, stand dahinter mit Alexandra Harm eine überragende Torhüterin, die ihren Kasten beim 6:0- Lauf unter anderem über sieben Minuten komplett sauber halten konnte. Es war die Phase, in der sich die Kuties bis auf 30:19 absetzen konnten.
Doch nicht nur die Abwehr zeigte eine überzeugende Vorstellung. Die Tempogegenstöße, die mit zentimetergenauen Pässen von Katrin Schröder eingeläutet wurden, die Treffer von außen durch Sandra Kußmaul oder die sehenswerten Treffer von Shana Stäudle im zweiten Durchgang waren allein das Eintrittsgeld wert. Dass die nie aufsteckenden Gastgeberinnen bis zum Schlusspofiff noch auf 25:33 verkürzen konnten, war für die Kuties leicht verschmerzbar.
Am nächsten Sonntag wartet nun auf die Kuties das Topspiel gegen den TSV Denkendorf. Ein Erfolg gegen den Tabellendritten könnte bei günstiger Konstellation sogar schon zum Aufstieg in die Regionalliga führen.
SG H2Ku Herrenberg: Harm, Göhlich, Istrati (alle im Tor); Schoeneberg (7/3), Schäberle (1), Kappus (2), Stäudle (5), Kußmaul (3), Schmidt (8), Seidel, Schweizer (1), Venth (3), Brand (3), Schröder, Lide



