F1: Lehrgeld gegen Spitzenmannschaft bezahlt

Gleich in die Vollen ging es für die Regionalligafrauen der SG H2Ku Herrenberg am ersten Spieltag der neuen Saison. Gegen die HSG Stuttgart/Metzingen II mussten sich die Kuties am Ende deutlich mit 27:38 (13:17) geschlagen geben. Auch wenn der Erfolg der Gäste unter dem strich hochverdient war, täuscht das Resultat ein wenig über die Kräfteverhältnisse hinweg.

„Wir haben bewiesen, dass wir phasenweise auch gegen die Spitzenteams mithalten können“, konnte Heiko Fleisch zumindest ein teilweise positives Fazit ziehen. Um die Zweitvertretung der Tussies Metzingen ernsthaft in Gefahr zu bringen, hätte es allerdings einer fehlerfreien Vorstellung bedurft. Davon waren die Gastgeberinnen an diesem Abend in der Markweghalle doch ein Stückchen entfernt.

Zuerst hatten in der mit 300 Zuschauern gut gefüllten Halle die lautstarken Gästefans Grund zum Jubeln. Nach einer Viertelstunde kamen die H2Ku-Frauen im Angriff noch gar nicht ins Rollen. Drei Treffer standen bis zu diesem Zeitpunkt auf der Habenseite, dagegen schlugen die bis dahin neun Gegentore mächtig ins Kontor. „Uns hat heute manchmal die geistige Frische gefehlt“, musste Trainer Fleisch nicht nur in der Anfangsphase feststellen. Die zweite Hälfte der ersten Halbzeit sah aber dann doch noch eine beherzt auftretende Heimmannschaft, die sich ergebnistechnisch an ihre Kontrahentinnen heranrobben konnte. Über das 6:10 durch Laureen Kappus konnte Sofia Brand drei Minuten vor dem Halbzeitpfiff zum 13:15 einnetzen. Es war der Zeitpunkt, als sogar noch mehr möglich war. Heiko Fleisch bezeichnete die Minuten danach als mitentscheidend. Hier ging dann eigentlich alles schief, was schief gehen konnte. Eine Zeitstrafe, ein vergebener Siebenmeter sowie ein sehenswerter Treffer von Sofia Brand, der einen Wimpernschlag zu spät ins Tor einschlug und deshalb keinen Eintrag in die Statistik erhielt, waren die Zutaten für einen enttäuschendes 13:17 zur Pause.

Dass die H2Ku-Frauen auch nach dem Seitenwechsel noch an den Nackenschlägen zuvor kauen mussten, zeigte sich ziemlich schnell. Gerade einmal sieben Minuten waren im zweiten Durchgang gespielt, als sich Stuttgart/Metzingen bis auf 23:14 absetzen konnte. Es war die frühe Entscheidung einer Partie, in der sich die Kuties für die Zweite Halbzeit eigentlich noch einmal so viel vorgenommen hatten. Für die restliche Spielzeit blieb es beim Bemühen, den Rückstand noch entscheidend zu verkürzen. Dass dies nicht gelang, lag aber zum Großteil an der Qualität der Gäste. „Stuttgart hatte schon in der letzten Saison die mit Abstand beste Abwehr der Liga“, erklärte Trainer Fleisch, der zudem darauf verwies, dass die Mannschaft nur durch eine Niederlage am grünen Tisch den möglichen Aufstieg in die 3.Liga verpasste.

Insofern konnten alle Beteiligten die Auftaktniederlage richtig einordnen. Allerdings werden die kommenden Wochen nicht leichter, hat doch der Spielplaner den Kuties an den ersten fünf Spieltagen alle Spitzenmannschaften vor die Nase gesetzt. Als nächstes geht es am Samstag zum TuS Steißlingen.

SG H2Ku: Harm, Göhlich, Istrati; Schäberle (3/2), Kappus (2), Weingärtner, Stäudle (6), Kußmaul (2), Schmidt, Schweizer (3), Huber (2), Venth, Brand (7), Lide, Allmendinger (2

M1: Wenn der Ball nicht ins Tor will

Spielerisch enttäuscht haben die Verbandsligamänner der SG H2ku Herrenberg am Samstag zwar nicht, dennoch war das Frustpotential nach dem Derby bei der HSG Böblingen/Sindelfingen groß. Denn letztlich ging der Sieg mit dem 33:26 (18:13) klar an die Gastgeber. Für die Gäste hingegen blieb nur die Hoffnung auf das erste Heimspiel am Samstag, wenn gegen die TG Nürtingen-Zizishausen dann auch die ersten Punkte eingefahren werden sollen.

Das erste Derby in einem Pflichtspiel seit vielen Jahren hatte etwa 500 Zuschauer in die Böblinger Murkenbachhalle gelockt. Unter ihnen war auch eine große Schar Herrenberger Fans, die natürlich auf eine erfolgreichere Saison als im Vorjahr hoffen. Allerdings war auf beiden Seiten auch die Ungewissheit über den eigenen Leistungsstand vorhanden. Dies war allerdings wenig überraschend am ersten Spieltag. Der Beginn der Partie zeigte sich dann zunächst ausgeglichen. Bis zum 5:5 in der 10. Minute hatte jede Mannschaft bereits Licht und Schatten offenbart. Dunkle Wolken brauten sich allerdings dann zuerst über die H2Ku-Männer zusammen. Von Minute zu Minute wurde immer deutlicher, dass die Gäste mit dem Torewerfen so ihre liebe Müh und Not hatten. Zwar wurden die Chancen zu diesem Zeitpunkt teilweise mustergültig herausgespielt, dennoch fand der Ball nur noch selten den Weg ins Tor. In erster Linie hatte dies mit Böblingens Neuzugang Tobias Krems zu tun. Der 2-Meter-Hüne mit Regionalligaerfahren beim HC Neuenbürg vernagelte fortan sein Gehäuse und trieb die Herrenberger schier zur Verzweiflung. Da half es dann auch wenig, dass auch die SG-Schlussleute Sebastian Rica-Kovac und Nicolas Rhotert einen sehr guten tag erwischt hatten. Denn nach dem 9:6 nach der Startviertelstunde gesellten sich nun auch noch einige technische Fehler dazu.

Nach dem 15:8 der Gastgeber hätten diese sogar noch auf ein weiteres Tor erhöhen können. Doch Torhüter Rica-Kovac konnte das Gegenstoßtor vereiteln und blies damit zu einer kurzzeitigen Aufholjagd. Vier Treffer in Folge ließen nach dem 15:12 durch Leon Fischer schlagartig die Hoffnung auf eine Wende im Spiel aufkommen. Doch so schnell dieser Optimismus kam, so verflog er leider auch wieder. Zur Pause leuchtete bereits ein deutliches 18:13 von der Anzeigetafel.

Nach dem Seitenwechsel erwischten die Gastgeber den besseren Start. Nach dem Siebenmetertor des starken Dominic Rose zum 21:14 betrug der Vorsprung nach nur drei gespielten Minuten bereits wieder sieben Treffer. Und wieder hatten die H2ku-Männer in der Folgezeit die Möglichkeit, zumindest näherzukommen. Doch erneut fand beim 22:18 ein Strafwurf den Weg nicht ins BöSi-Gehäuse. So war auch diese Chance vertan, entscheidend zum Gegner aufzuschließen. Genau dieses Szenario wiederholte sich später noch einmal, als Jannis Engau zehn Minuten vor dem Abpfiff mit zwei Treffern in Folge auf 25:21 verkürzen konnte. Es war allerdings bis zum Ende der Partie der kleinste Rückstand. Die Schlussphase gehörte eindeutig wieder den Gastgebern, die nun trotz nachlassender Kräfte auf einer Euphoriewelle durchs Ziel gingen.

Allzu dramatisch wollte Herrenbergs Coach Marco Melo die Niederlage aber nicht einordnen. „Wir haben uns die Chancen gut herausgespielt. Wir müssen sie aber auch reinmachen“, hofft er für das erste Heimspiel auf eine deutlich bessere Quote im Angriffsspiel.

SG H2Ku: Rica-Kovac, Rhotert; Kohler (4), Kälbly (1), Lohrer (3/2), Engau (3), Fischer (3), Böhm (5/1), Bietsch, Frommer (2), Jacobs (3), Kretschmann, Krebs, Broß (2), Lewe

F1: Die Außenseiterrolle beherzt nutzen

Herrenberger Kuties starten mit schwerem Heimspiel in die Saison

Herausfordernder hätte die neue Saison für die Frauen der SG H2Ku Herrenberg kaum beginnen können. Gleich zum Auftakt treffen die Kuties am Samstag ab 20 Uhr in der heimischen Markweghalle mit der HSG Stuttgart/Metzingen II auf einen der Meisterschaftsfavoritinnen.

Bereits in der Vorbereitung auf die kommende Runde gab die Spielgemeinschaft aus Stuttgart und Metzingen ihre Visitenkarte in der Markweghalle ab. Die Gäste bilden dabei eigentlich die zweite Mannschaft der Tussies Metzingen und sind zudem mit vielen Spielerinnen der erfolgreichen A-Jugend besetzt. Ende Juli hielten die Gastgeberinnen lange Zeit mit, mussten aber dennoch am Ende mit 25:30 die Segel streichen. Weil die Regionalliga bereits am vergangenen Wochenende startete und die Herrenbergerinnen gleich zu Beginn spielfrei waren, nutzte Trainer Heiko Fleisch die Gelegenheit, sich die Gegnerinnen bei ihrem Spiel bei der TG Pforzheim gleich selbst vor Ort anzuschauen. Und was er sah, hat ihn durchaus beeindruckt. Bahnbrechende Erkenntnisse ergaben sich für ihn jedoch durch den Vor-Ort-Besuch nicht. „Metzingen spielte stark, viel Neues habe ich aber nicht gesehen“, so das Fazit des Trainers. Zur Wahrheit gehört natürlich aber auch, dass die Gäste beim hoch gehandelten Aufsteiger in der Goldstadt in der Schlussphase einen Zwei-Tore-Vorsprung verspielten und dadurch in der Schlusssekunde noch den Ausgleich zum 28:28 hinnehmen mussten.

An der Außenseiterrolle für die Kuties ändert sich dadurch aber natürlich nichts. Höchstens bestätigt es die Vermutung von Heiko Fleisch, dass auch die Aufsteigerinnen der TG Pforzheim eine gute Rolle spielen werden. Auf einen ähnlichen Auftakt, wie es Pforzheim am vergangenen Wochenende als Mitaufsteiger vorgemacht hatte, hofft man natürlich nun auch bei der SG H2Ku. Vor allem soll mit einer unbekümmerten Spielweise der Schwung vom Aufstieg im Frühjahr noch mit in die neue Runde mitgenommen werden. Wobei unbekümmert nicht übermütig heißt. Noch in der vergangenen Saison haben die H2Ku-frauen in fast jeder Begegnung gnadenlos auf das Tempo gedrückt. „Bei der Qualität der Gegnerinnen werden wir dies in der jetzigen Saison wohl kaum anbieten können“, tritt Trainer Fleisch im wahrsten Sinne des Wortes auf die Bremse. Tempohandball soll dennoch gespielt werden, jedoch nicht um jeden Preis.

Bauen kann der Trainer dabei auf ein eingespieltes Team, in dem es personell kaum Bewegung gab. Lediglich Katrin Schröder hat nun wohl endgültig den Harztopf in die Ecke gestellt. Genau positionsgetreu sicherten sich die Herrenbergerinnen die Dienste von Nora Allmendinger vom TSV Köngen. Die Kreisspielerin kann in der Abwehr ebenso wie früher Katrin Schröder im Innenblock eingesetzt werden. Nicht nur deshalb hält Heiko Fleisch große Stücke auf seinen Neuzugang. „Nora wird eine gute Rolle in der Regionalliga spielen können“, ist Fleisch überzeugt. Überzeugt ist er auch davon, dass er diese Einschätzung auch irgendwann über seine Nachwuchskräfte treffen kann. In der Vorsaison kam schon Sophy Lide ins Team, nun stoßen mit Anne-Sophie Huber und Anna Weingärtner weitere junge Spielerinnen zur Regionalligamannschaft. All diese Talente bekommen aber vom Trainerteam die ihnen zustehende Zeit zur Entwicklung. Der Herrenberger Coach kann ohnehin auf ein starkes Gerüst bauen, das schon in der vorletzten Saison ihre Regionalligatauglichkeit unter Beweis gestellt hat. Genau das soll auch in der nun beginnenden Runde der Fall sein. Natürlich am liebsten gleich am Samstag gegen die HSG Stuttgart/Metzingen II.

M1: Gleich zu Beginn voll gefordert

Die H2ku-Männer starten mit dem brisanten Derby gegen Böblingen/Sindelfingen in die Saison

Viele Jahre lang tummelten sich Handballer der SG H2Ku Herrenberg in den höheren Ligen von Handball-Deutschland. Trotz des letztjährigen Abstiegs aus der Oberliga, die den Gang in die Verbandsliga bedeutete, ist in Herrenberg alles andere als Resignation spürbar. Ganz im Gegenteil: Gerade im Angesicht des Auftakts, der den Gäu-Club zum hochbrisanten Derby zur HSG Böblingen/Sindelfingen führt (Samstag, 19:30 Uhr, Murkenbachhalle Böblingen), ist die Vorfreude bei Mannschaft und Fans riesengroß.

Schon die Vorbereitung auf die nun endlich beginnende Runde zeigte, dass ein frischer Wind durch die Markweghalle weht. Das Team hat einen deutlich basisbezogeneren Anstrich erhalten. Das heißt, die Abgänge der meist auswärtigen Spieler wurden mit Akteuren aufgefüllt, die einen Herrenberger Stallgeruch vorzuweisen haben. Das betrifft Spieler wie Linus Kretschmann, Alexander Kohler, Philipp Bietsch und Silas Baitinger. Zudem stießen schon in der Rückrunde der abgelaufenen Saison mit Yanick Broß und Lennart Lohrer hochtalentierte Eigengewächse zur Verbandsliga-Mannschaft. Mit Sebastian Rica-Kovac gab es nur einen Zugang ohne Herrenberger Vergangenheit. Der Torhüter kam vom TV Plochingen und kann auf höherklassige Erfahrung zurückgreifen. Seine Qualität machte sich schon deutlich in der Vorbereitung bemerkbar. Noch wichtiger wird diese Personalie nach der vorgezogenen Operation von Nico Sauer, der damit ebenfalls wie David Herz ausfallen wird. Für den Samstag wird Nicolas Rhotert aus der Landesligamannschaft als Torhüter ins Team aufrücken.

Der Optimismus für das Derby in der Murkenbachhalle nährt sich unterdessen vor allem aus der Entwicklung aus der Saisonvorbereitung. Nach einem holprigen Beginn wurden gerade gegen klassenhöhere Gegner beachtliche Ergebnisse erzielt. Nachholbedarf offenbarte sich teilweise noch in der Chancenverwertung. Und auch die neu einstudierte offensive Abwehr mit der 3:2:1- Variante dürfte noch etwas Eingewöhnungszeit benötigen. Dennoch steigerte sich das Team von Begegnung zu Begegnung.

Für den Samstag wird Trainer Marco Melo derweil eine zwar bestens auf den Gegner eingestellte Mannschaft auf das Parkett schicken, dennoch will der Coach vor allem sein eigenes Spiel zur Geltung bringen. Und er hofft natürlich auf ein Erfolgserlebnis zum Start: „Vor allem für das Selbstvertrauen der Spieler wäre ein Erfolg extrem wichtig“. Dabei ist ihm relativ egal, dass es sich um ein Derby handelt. „Es wird ein intensives Spiel werden, daran können die Jungs aber auch wachsen“, weist Marco Melo darauf hin, dass es emotionale Spiele auch in Schömberg, Oberhausen/Unterhausen oder natürlich Altensteig geben wird. Für den Samstag hofft man im Herrenberger Lager natürlich auch auf die Unterstützung der Herrenberger Fans. Es dürfte trotz des ersten Spieltages mit einer vollen Halle zu rechnen sein. Es wird dabei insgesamt wichtig sein, nicht nur auf dem Parkett Paroli bieten zu können.

Nicht zuletzt wird es natürlich auch diesmal ein großes Wiedersehen in der jüngst auf Hochglanz renovierten Murkenbachhalle geben. Denn auf beiden Seiten stehen wieder Akteure, die für die jeweilige andere Mannschaft auf Torejagd gingen. Auf Herrenberger Seite betrifft dies Tim Frommer und Luca Kälbly, auf Seiten der BöSi´s waren Dominic Rose, Dominik Möller, Michael Fangerow und Frederik Todt schon im Gäu aktiv. Ein Umstand, der noch einmal zusätzliche Brisanz birgt.

wC2: SG – Qualifikation zur Oberliga | 1. Runde

wC2: Dieses Mal hatten wir das große Los gezogen: Schopfheim war Austragungsort der BWHV-Qualifikation. Wer nicht genau weiß, wo das liegt – 2,5h entfernt von Herrenberg, tief im Schwarzwald, irgendwo zwischen Todtnau und Basel. Entsprechend früh begann der Tag.

F1: Kuties setzen einen würdigen Schlusspunkt

Mit einem deutlichen Heimsieg begann vor etwa sieben Monaten die Saison, mit einem ähnlich hohen Heimsieg endete sie nun auch für die Oberligafrauen der SG H2Ku Herrenberg. Das 32:21 (15:9) gegen die SG Dornstetten reihte sich dabei nahtlos in die Heimauftritte der Kuties ein. Diese beendeten die Runde mit nur einer einzigen Heimniederlage. Alle anderen Spiele wurden meist deutlich gewonnen.

Den ersten Höhepunkt gab es schon vor dem Anpfiff. Der FC Bloskapell marschierte unter dem Beifall der 400 Zuschauer, die sich trotz des sommerlichen Wetters dieses Spiel nicht entgehen lassen wollten, durch die Markweghalle auf ihre angestammten Tribünenplätze. Dass die musikalische Unterstützung sowohl am Samstag als auch am Sonntag die SG-Teams supportete, war dabei alles andere als Selbstverständlich. Mit einer gewissen Selbstverständlich schien aber zunächst einmal der Start der Partie zu verlaufen. 6:2 hieß es nach einer knappen Viertelstunde. Danach jedoch herrschte für eine Weile Tristesse im Angriffsspiel. Viele vergebene Tormöglichkeiten hielten die SG Dornstetten bis zum Herrenberger 9:7 noch durchaus im Rennen. Dass es in dieser Phase noch zur eigenen Führung reichte, war der guten Abwehrarbeit inclusive einer überzeugenden Alexandra Harm im Tor dahinter zu verdanken.

Für die letzten zehn Minuten vor der Pause zündeten die Gastgeberinnen dann aber den Turbo. Mit einem 6:2-Lauf gelang bis zum Pausenpfiff zunächst ein beruhigendes 15:9. Der Sturmlauf der H2Ku-Frauen ging auch nach dem Seitenwechsel weiter. Diesmal brauchte es nur fünf Minuten im Eiltempo, um wieder mit einem 6:2 in dieser Phase eine frühe Vorentscheidung des Spiels zu erzwingen. Das 21:11 nach nur 35 Minuten ließ schon hier keinen Zweifel mehr am Ausgang der Partie. Noch einmal konnten sich die Gäste in Sichtweite der Herrenbergerinnen bewegen, als zum Beginn der Schlussviertelstunde der Vorsprung auf 24:18 schrumpfte. Wie auf Kommando zogen die H2Ku-Frauen aber einmal mehr scheinbar mühelos davon. 31:19 lautete das Ergebnis fünf Minuten vor dem Ende.

Ganz ohne Highlight sollte das sportliche Ende der Saison aber natürlich nicht über die Bühne gehen. Nach Absprache der beiden Trainer sollte eine letzte Auszeit Katrin Schröder die große Bühne bereiten. Doch die Spielerin selbst schien diese Pläne durchkreuzen zu wollen, als sie drei Minuten vor dem Ende mit einer Zeitstrafe bedacht wurde. Eine Minute vor dem Abpfiff klappte es dann aber dennoch. In der einminütigen Unterbrechung gab es von Seiten der Mannschaften und der Zuschauer stehende Ovationen für die verdiente Kreisläuferin. Das 32:21 war dann auch aufgrund der Herrenberger Feierlaune fast schon wieder Nebensache.

Nach Spielende gab es neben der offiziellen Verabschiedung für Katrin Schröder als eigentlichen Höhepunkt die Wimpelübergabe für den Staffelsieg durch den Vizepräsidenten des Baden-Württembergischen Handball-Verbands, Eberhard Gloger. Und auch Herrenbergs Oberbürgermeister Nico Reith ließ es sich nicht nehmen, seine persönlichen Glückwünsche zu überbringen. Nach einer mehrwöchigen Pause dürfen die Kuties dann im Juni die erste Vorbereitungsphase für die Regionalliga-Saison in Angriff nehmen.

SG H2Ku Herrenberg: Harm, Göhlich, Istrati; Schoeneberg (8/1), Schäberle (2), Kappus (2), Stäudle (2), Kußmaul (4), Schmidt (5/1), Seidel, Schweizer (2), Venth, Brasnd (2), Schröder (3), Lide (2)

M1: Den Weg nicht bis zum Ende gegangen

Für die Oberligamänner der SG H2Ku Herrenberg ist der seit Wochen befürchtete Abstieg in die Verbandsliga nun bittere Realität. Mit dem deutlichen 23:33 (10:16) in eigener Halle gegen den TSV Schmiden war die vorhandene Chance vertan, am letzten Spieltag dem Abstieg noch einmal von der Schippe zu springen.

Der Ärger über die eigene Niederlage war eine Stunde nach Spielschluss sogar noch etwas greifbarer geworden. Da waren nämlich die anderen Ergebnisse des Tages durchgesickert. Sowohl die HSG Konstanz II gegen Heidelsheim/Helmsheim als auch die HSG Ettlingen hatten ihre Spiele verloren. So war klar, dass ein Sieg gegen den Tabellenführer für den Klassenerhalt ausgereicht hätte. Von diesem waren die H2Ku-Männer aber am Samstagabend meilenweit entfernt. Trainer Tim Gauß brachte es nach dem Schlusspfiff auf den Punkt: Wir hätten heute nur gewonnen, wenn von jedem Spieler 100 Prozent gekommen wären. Das haben wir heute nicht geschafft“.

Dabei waren die Vorzeichen alles andere als schlecht. Zuletzt vier ungeschlagene Partien, zudem eine Markweghalle, die mit 600 Zuschauern einen tollen Rahmen bot. Und auch der Beginn verlief noch ganz nach dem Geschmack der Fans auf der Tribüne. Ein schnelles 1:0 und ein folgender Ballgewinn in der Abwehr, jeweils durch Leon Fischer, nährte die Hoffnung, den großen Favoriten vielleicht doch auf dem falschen Fuß zu erwischen. Stattdessen fing sich der TSV schnell und stellte bereits in der 8.Minute auf 4:1. Von nun an zog der Tabellenerste unbeirrt seine Kreise. Als noch knapp zehn Minuten im ersten Durchgang zu spielen waren, war mit dem 13:6 für die Gäste bereits eine Vorentscheidung gefallen. Die Überzeugung, die von Schmidener Seite in jede Aktion gelegt wurde, ließen die Herrenberger ihrerseits zu häufig vermissen. Als Nik Wittke Sekunden vor dem Halbzeitpfiff einen Strafwurf vergab, war dies ein weiterer Puzzlestein einer enttäuschenden ersten Halbzeit. Das 10:16 war schon zu diesem Zeitpunkt eine zu hohe Hypothek.

Besser sollte es nach der Pause auch nicht mehr werden. Zumindest aber gab es nach zehn Minuten in der zweiten Halbzeit eine letzte realistische Möglichkeit, dem Spiel noch einmal eine Wende zu geben. Nach dem 15:20 durch Tim Frommer ergab sich die Chance, auf vier Tore Rückstand zu verkürzen. Doch der darauffolgene technische Fehler von Lukas Krebs war der Anfang von gleich einer ganzen Fehlerkette, an derem Ende ein deprimierendes 16:27 stand. Das war zehn Minuten vor dem Ende natürlich der endgültige Knockout für die Bemühungen der SG H2Ku. Am Ende konnte Schmiden das Spiel bis zum 23:33 locker über die Runden bringen und gemeinsam mit den mitgereisten Fans den Aufstieg feiern. Für Tim Gauß blieb nur die bittere Erkenntnis: „Heute hat einfach die klar bessere Mannschaft gewonnen“.

Einen würdigen Abschluss des Abends gab es dennoch, als mit Nik Wittke (zum TV Neuhausen/Erms), Oliver Sudar (zur HSG Ostfildern), Moritz Werner (zum TSV Weinsberg), Florian Dannenberg (zum TSV Altensteig), Lukas Bechinka (Handballpause), Janek Förch (als spielender Co-Trainer zur HSG Schönbuch) und Tim Gauß (JSG Balingen/Weilstetten) sechs Aktive und der Coach verabschiedet wurden.

SG H2Ku: Sauer, Hetz (beide im Tor); Kälbly (2), Werner (2), Lohrer (2), Bross, Böhm (2), Sudar, Bechinka (1), Fischer (3), Frommer (1), Jacobs, Krebs (1), Wittke (8/4), Lewe, Dannenberg (1)

F1: Die Freude über den Aufstieg soll auch im Spiel sichtbar werden

Sportlich geht es für die Oberligafrauen der SG H2Ku Herrenberg um nicht mehr allzu viel, wenn es am Sonntag ab 16 Uhr in der Markweghalle gegen die SG Dornstetten geht. Den Schongang wollen die Gastgeberinnen aber dennoch nicht einlegen. Schließlich soll mit einem vollen Erfolg der Grundstein zur guten Stimmung für die anschließende Meisterfeier in der Mensa der Markweghalle gelegt werden.

Das ist aber natürlich nicht der einzige Grund, warum die Kuties im letzten Spiel der Saison voll auf Sieg spielen werden. Auch wenn es schon eine Weile zurückliegt, haben Trainer und Mannschaft noch immer nicht vergessen, dass es bei der SG Dornstetten die erste Saisonniederlage bereits im zweiten Spiel setzte. Das 23:31 war einerseits einer katastrophalen Schlussviertelstunde und auch dem Harzverbot in der schicken Sporthalle von Dornstetten geschuldet. Diese Scharte soll nun am letzten Spieltag ausgewetzt werden.

Zudem will sich die frisch gebackene Meistermannschaft nicht nachsagen lassen, nach dem erreichten Regionalligaaufstieg  die Zügel hat schleifen lassen. Und zu guter Letzt soll ja der „FC Bloskapell“, der sich für das Spiel der Kuties angesagt hat, als Motivation und nicht als Aufmunterung fungieren. Es gibt also genug Gründe, warum die zwei Punkte in der Halle bleiben müssen. Der wichtigste Grund ist aber, weil die Mannschaft ohnehin in jedem Spiel den Sieg unbedingt möchte. So war es über die ganze Saison und so dürfte es auch zum Rundenausklang bleiben.

Nach dem Spiel wird es dann auch noch einmal wehmütig. Unsere Kreisläuferin, unsere Abwehrspezialistin, unsere erste Station bei Tempogegenstößen, unsere routinierteste Spielerin, die es je in den Reihen der Kuties gab, wird gegen Dornstetten ihre Abschiedsvorstellung geben. Katrin Schröder hängt nach dem Spiel ihre Handballschuhe endgültig(?) an den Nagel hängen. Allein dafür lohnt es sich, am Sonntag in eine hoffentlich volle Halle zu kommen.

Wichtig: Alle Dauerkartenbesitzer erhalten am Wochenende gegen Vorlage ihrer Dauerkarte insgesamt zwei Freigetränke.

Männer 1 stehen vor entscheidendem Endspiel / Männer 2 gehen motiviert ins ewig junge Derby / 2 Freigetränke für Dauerkartenbesitzer

Keine Frage, die Partie am Samstag um 19 Uhr zwischen der SG H2Ku Herrenberg und dem TSV Schmiden hätten vor etwa fünf Wochen viele Handballfans nur noch aus statistischer Sicht als interessant empfunden. Die Gastgeber waren nach der heftigen Niederlage in Leonberg wenig hoffnungsvoll, die Klasse noch zu halten und auch die Schmidener hatten sich als Tabellenführer durch eine unerwartete Heimniederlage gegen den TuS Schutterwald selbst in Not gebracht.

Inzwischen haben die H2Ku-Männer aber vier Spiele ohne Niederlage absolviert, die daraus erzielten 7:1 Punkte ermöglichen es der Mannschaft nun am Samstag, tatsächlich doch noch vom Klassenerhalt zu träumen. Und wäre dies nicht genug an Dramatik, braucht auch der TSV Schmiden unbedingt einen Sieg, um den Aufstieg in die Regionalliga fix zu machen. Nachdem es im Vorjahr damit schon nicht klappte, soll diesmal alles besser werden. Den Gästen wird dabei bewusst sein, dass ein Punktverlust wohl unweigerlich vom punktgleichen HTV Meißenheim im Heimspiel gegen den TV Ehingen genutzt werden würde. So oder so wird eine der beiden Mannschaft in der Markweghalle den Partycrasher für die anderen spielen wird. Nur bei einem Remis gäbe es wohl gleich zum Schlusspfiff enttäuschte Gesichter.

So oder so kann noch ein langes Warten angesagt sein. Denn die Partie der Herrenberger wird bereits um 19 Uhr angepfiffen. Die anderen, relevanten Spiele um Meisterschaft und Abstieg beginnen dagegen erst eine Stunde später. Sollte die SG H2Ku das Spiel gewinnen, muss aber zusätzlich Konstanz in Heidelsheim/Helmsheim oder Ettlingen in Weilstetten verlieren. Lediglich bei einem Sieg des TSV Schmiden braucht niemand zu warten, denn dann ist der Gast sicherer Aufsteiger und die Herrenberger müssen den bitteren Gang in die Verbandsliga antreten.
Diese Gedankenspiele schiebt Tim Gauß aber schnell zur Seite. „Wir wollen gewinnen und ich sehe uns auch nicht chancenlos“, verbreitet Trainer Tim Gauß vor dem Spiel positive Stimmung. Und auch das Stimmungstief nach dem Spiel in Pforzheim, als ein hoher Vorsprung am Ende nur noch mit einem Remis belohnt wurde, soll nicht als Motivationskiller herhalten. „Mit einer Niederlage wären wir als Absteiger aus Pforzheim nach Hause gefahren“, sinniert Tim Gauß. Und weiter: „Wer hätte denn vor wenigen Wochen geglaubt, dass wir noch einmal eine solche Möglichkeit für dieses Endspiel bekommen“. Die Favoritenrolle liegt dennoch eindeutig bei den Gästen. In Herrenberg hofft man natürlich auch ein wenig darauf, dass Schmiden dadurch etwas mehr Verunsicherung mit in die Markweghalle bringt. „Der Druck liegt auf jeden Fall auf der Seite von Schmiden“, glaubt Trainer Gauß.

Ungeachtet der sportlichen Brisanz gilt es auch in diesem Jahr wieder, Spieler zu verabschieden. So werden am Samstag Nik Wittke, Florian Dannenberg, Moritz Werner, Lukas Bechinka, Janek Förch und Oliver Sudar sowie auch Trainer Tim Gauß ihr letztes Spiel für die SG H2Ku bestreiten.

Verbandsligamänner wollen im Derby Paroli bieten

Für die 2. Männermannschaft um das Trainergespann Marcel Kohler / Maxi Schöllkopf ging die lange Durststrecke von sieglosen Spielen am vergangenen Samstag mit dem Doppelpunktgewinn in Remshalden endlich zu Ende. Eigentlich war es der richtige Zeitpunkt, um noch einmal vor dem ewig jungen Derby am Samstag um 16:45 Uhr gegen die HSG Böblingen/Sindelfingen Selbstvertrauen zu tanken.

Natürlich gehen die Gäste als klarer Favorit in die Partie. Aber auch das Hinspiel stand unter ähnlichen Vorzeichen. Am Ende konnten sich die BöSi´s gerade noch so mit einem 32:31 über die Ziellinie retten.
Zusätzliche Brisanz erhalten die Derbys auch durch die Personalien bei den Gästen. So stehen mit Dominic Rose, Michael Fangerow, Freddy Todt oder auch Marvin Seeger früher Spieler der SG H2Ku in den Reihen der BöSi´s, oder eben auch umgekehrt. Vor allem für Marvin Seeger wird die Partie etwas ganz Besonderes werden. Das SG-Eigengewächs wird ausgerechnet bei seinem Heimatverein die letzte Partie seiner Karriere bestreiten.

Vor allem aber geht es auch im letzten Spiel der Runde noch um Punkte. Und da hat sich erfreulicherweise die personelle Lage bei der SG H2Ku II entspannt. So wird der Innenblock mit Tom Bühler und Miro Mezger wieder zur Verfügung stehen. Ebenso ist Nico Rhotert wieder mit von der Partie, Ben Lifka wird aus der A-Jugend mithelfen können.

Wichtig: Alle Dauerkartenbesitzer erhalten am Wochenende gegen Vorlage ihrer Dauerkarte insgesamt zwei Freigetränke.