M1: Das Finale geht an die SG H2Ku
Waren es zuletzt in den beiden Auswärtsspielen die Gegner, die am Ende eines Herzschlagfinales jubeln konnten, hat sich diesmal das Blatt gewendet. Das dramatische 24:23 (14:13) der SG H2Ku Herrenberg gegen den TSV Wolfschlugen hat gezeigt, dass auch die Herrenberger Crunch-Time beherrschen.
Allerdings sah es zu Beginn wahrlich noch nicht danach aus. Mit eigenen Schwächen im Abschluss brachten die Gastgeber ihren Gegner früh ins Spiel. Hätte mit David Herz nicht ein aufmerksamer Torhüter zwischen den Pfosten des SG-Gehäuses gestanden, wäre der Vorsprung sicher noch höher als 6:2 nach einer Viertelstunde gewesen. „Die offensive 3:2:1-Abwehr von Wolfschlugen hat mich schon etwas überrascht“, musste Trainer Jörg Ebermann nach Spielschluss zugeben. Was ihn aber weit mehr Sorgen bereitet haben dürfte, war die Knieverletzung von Florian Dannenberg. Der Rechtsaußen der Gastgeber hatte sich beim Konter zum 2:3 das Knie verdreht. Eine genaue Diagnose steht noch aus. Zumindest kam in der zweiten Viertelstunde der ersten Halbzeit das Spiel der Hausherren langsam auf Touren. Vier Tore in Folge sorgten bei Leon Fischers Ausgleich zum 8:8 wieder für offene Verhältnisse. Auch wenn es ein eher schmeichelhaftes Resultat war, gingen die H2Ku-Männer beim 14:13 mit einer knappen Führung in die Kabine.

Wie schon im ersten Durchgang erwischte der TSV Wolfschlugen den besseren Start und konnte mit zwei Toren in Folge das 15:14 erzielen. Doch auch das war nur eine Momentaufnahme. Zwanzig Minuten vor dem Ende war beim 19:19 einmal mehr der Gleichstand erreicht. Als ob sich danach beide Teams für den Endspurt vorbereiten wollten, fiel danach in den folgenden acht Minuten kein einziger Treffer. Als Dosenöffner für den Vorsprung der H2Ku-Männer erwies sich mit Luca Kälbly ausgerechnet ein Spieler, der bisher wenig im Rampenlicht stand. Doch innerhalb weniger Minuten erzielte der junge Linksaußen zwei eigene Treffer und konnte zwei Ballgewinne in der Abwehr für seine Farben verbuchen. Doch war das daraus resultierende 21:19 neun Minuten vor dem Abpfiff noch keine Vorentscheidung. Denn nochmals wechselte die Führung. Als Kreisläufer Jan Terbeck für die Gäste zweieinhalb Minuten vor dem Ende auf 23:22 für Wolfschlugen stellte, gab es bei dem ein oder anderen sicher Erinnerungen an die letzten Auswärtsspiele, die jeweils in den Schlusssekunden verloren wurden.
Zunächst sorgte aber Moritz Werner umgehend für den Ausgleich. Die erneute Führung der Gäste konnte die Abwehr verhindern, die Chance lag nun in der Offensive. Und da konnte es kaum dramatischer werden. Den Herrenberger Angriff wurde ein drohendes Zeitspiel angezeigt. Nach mehrfachen vergeblichen, ungehörten Wechselanweisungen von der Bank schaltete Leon Fischer am schnellsten und lief über das halbe Spielfeld, um so die Einwechslung von Kreisläufer Nik Wittke zu ermöglichen. Dieser konnte mit einem Riesenanlauf von der Bank aus der halblinken Rückraumposition einnetzen. Noch blieben aber knappe dreißig Sekunden übrig. Und auch da hatte das Duo Fischer / Wittke seinen Anteil. Erst parierte Nico Sauer im Tor den freien Wurf des Wolfschluger Angreifers, den Abpraller bekam erst Leon Fischer zu fassen, den Ball konnte Nik Wittke dann unter dem Jubel der 300 Zuschauer unter sich begraben.
„Heute haben wir uns endlich auch einmal für unsere Leistung belohnt“, so ein überglücklicher Trainer Jörg Ebermann. Den nächsten Härtetest gibt es am kommenden Samstag beim Auswärtsspiel um 20 Uhr in Flein.
SG H2Ku Herrenberg: Herz, Sauer; Kälbly (2), Bartsch (1), Werner (5), Böhm, Sudar, Stiegen (2), Bechinka (2), Fischer (4), Jacobs, Krebs (2), Wittke (4/1), Dannenberg (2/1)