F1: Es brauchte eine lange Anlaufphase

Die Oberligafrauen der SG H2Ku Herrenberg haben mit dem 38:23 (15:13) beim TSV Köngen den dritten überdeutlichen Sieg in Folge eingefahren. An ein solch hohes Ergebnis war nach Ablauf der ersten Hälfte allerdings noch nicht zu denken.

Momentan gibt es in der Oberliga zwei Konstante. Die eine – sehr erfreuliche aus Herrenberger Sicht – ist, dass die Kuties auch an diesem Wochenende mit einem Sieg die Tabellenführung verteidigen konnten. Die zweite Konstante ist, dass das unmittelbare Verfolgerteam fast schon wöchentlich wechselt. Derzeit nimmt diese Rolle der TSV Denkendorf ein, der nach der überraschenden Niederlage der SG Weinstadt in Waiblingen auf den zweiten Platz vorrücken konnte. Immerhin beträgt der Vorsprung nun auf Platz zwei schon drei Zähler.

Foto: Nur in der ersten Halbzeit musste Heiko Fleisch sein Team aufrütteln

Dass aber auch die H2Ku-Frauen nicht vor Überraschungen sicher sein können, deutete sich in Köngen gerade im ersten Durchgang an. Nach einer Viertelstunde lagen die Gastgeberinnen, die als Drittletzte der Tabelle als klare Außenseiterinnen ins Spiel gingen, mit 7:5 vorne. „Uns hat die Konsequenz in Abwehr und Angriff gefehlt“, war der Grund für Herrenbergs Coach Heiko Fleisch schnell gefunden. Eine kurze Deckung für Sofia Brand und eine überzeugende Köngener Torhüterleistung brachte die Kuties neben ihren eigenen Unkonzentriertheiten in arge Bedrängnis. Dies zog sich durch die komplette erste Halbzeit. Immerhin konnte die SG H2Ku aber beim 15:13 noch mit einer Führung in die Pause gehen.

Dass Heiko Fleisch in der Kabine dann die richtigen Worte gefunden haben dürfte, wurde bereits in den Startsequenzen der zweiten Halbzeit deutlich. Nicht einmal fünf Minuten waren absolviert, da lagen die Gäste bereits mit 21:14 in Front. Es war die gewünschte Vorentscheidung, die dann auch die nötige Sicherheit in Angriff und Abwehr brachte. Von nun an waren die Kuties nicht mehr aufzuhalten. Sina Venth tankte sich beim 28:18 zum ersten Zehn-Tore-Vorsprung durch. Der Hunger der Herrenbergerinnen war damit aber keineswegs gestillt. Als ob man sich für die erste Halbzeit rehabilitieren wollte, drückten die H2Ku-Frauen aufs Tempo. Am Ende stand ein 38:23 und die Erkenntnis, dass die Punkte in der Liga nicht mit halber Kraft einzufahren sind. Dass seine Mannschaft dies noch während der Partie erkannt hat und gegensteuern konnte, dürfte auch Trainer Heiko Fleisch am Ende gefreut haben.

Foto: Nur in der ersten Halbzeit müsste Heiko Fleisch sein Team aufrütteln