M1: Den Weg nicht bis zum Ende gegangen
Für die Oberligamänner der SG H2Ku Herrenberg ist der seit Wochen befürchtete Abstieg in die Verbandsliga nun bittere Realität. Mit dem deutlichen 23:33 (10:16) in eigener Halle gegen den TSV Schmiden war die vorhandene Chance vertan, am letzten Spieltag dem Abstieg noch einmal von der Schippe zu springen.
Der Ärger über die eigene Niederlage war eine Stunde nach Spielschluss sogar noch etwas greifbarer geworden. Da waren nämlich die anderen Ergebnisse des Tages durchgesickert. Sowohl die HSG Konstanz II gegen Heidelsheim/Helmsheim als auch die HSG Ettlingen hatten ihre Spiele verloren. So war klar, dass ein Sieg gegen den Tabellenführer für den Klassenerhalt ausgereicht hätte. Von diesem waren die H2Ku-Männer aber am Samstagabend meilenweit entfernt. Trainer Tim Gauß brachte es nach dem Schlusspfiff auf den Punkt: Wir hätten heute nur gewonnen, wenn von jedem Spieler 100 Prozent gekommen wären. Das haben wir heute nicht geschafft“.

Dabei waren die Vorzeichen alles andere als schlecht. Zuletzt vier ungeschlagene Partien, zudem eine Markweghalle, die mit 600 Zuschauern einen tollen Rahmen bot. Und auch der Beginn verlief noch ganz nach dem Geschmack der Fans auf der Tribüne. Ein schnelles 1:0 und ein folgender Ballgewinn in der Abwehr, jeweils durch Leon Fischer, nährte die Hoffnung, den großen Favoriten vielleicht doch auf dem falschen Fuß zu erwischen. Stattdessen fing sich der TSV schnell und stellte bereits in der 8.Minute auf 4:1. Von nun an zog der Tabellenerste unbeirrt seine Kreise. Als noch knapp zehn Minuten im ersten Durchgang zu spielen waren, war mit dem 13:6 für die Gäste bereits eine Vorentscheidung gefallen. Die Überzeugung, die von Schmidener Seite in jede Aktion gelegt wurde, ließen die Herrenberger ihrerseits zu häufig vermissen. Als Nik Wittke Sekunden vor dem Halbzeitpfiff einen Strafwurf vergab, war dies ein weiterer Puzzlestein einer enttäuschenden ersten Halbzeit. Das 10:16 war schon zu diesem Zeitpunkt eine zu hohe Hypothek.
Besser sollte es nach der Pause auch nicht mehr werden. Zumindest aber gab es nach zehn Minuten in der zweiten Halbzeit eine letzte realistische Möglichkeit, dem Spiel noch einmal eine Wende zu geben. Nach dem 15:20 durch Tim Frommer ergab sich die Chance, auf vier Tore Rückstand zu verkürzen. Doch der darauffolgene technische Fehler von Lukas Krebs war der Anfang von gleich einer ganzen Fehlerkette, an derem Ende ein deprimierendes 16:27 stand. Das war zehn Minuten vor dem Ende natürlich der endgültige Knockout für die Bemühungen der SG H2Ku. Am Ende konnte Schmiden das Spiel bis zum 23:33 locker über die Runden bringen und gemeinsam mit den mitgereisten Fans den Aufstieg feiern. Für Tim Gauß blieb nur die bittere Erkenntnis: „Heute hat einfach die klar bessere Mannschaft gewonnen“.
Einen würdigen Abschluss des Abends gab es dennoch, als mit Nik Wittke (zum TV Neuhausen/Erms), Oliver Sudar (zur HSG Ostfildern), Moritz Werner (zum TSV Weinsberg), Florian Dannenberg (zum TSV Altensteig), Lukas Bechinka (Handballpause), Janek Förch (als spielender Co-Trainer zur HSG Schönbuch) und Tim Gauß (JSG Balingen/Weilstetten) sechs Aktive und der Coach verabschiedet wurden.
SG H2Ku: Sauer, Hetz (beide im Tor); Kälbly (2), Werner (2), Lohrer (2), Bross, Böhm (2), Sudar, Bechinka (1), Fischer (3), Frommer (1), Jacobs, Krebs (1), Wittke (8/4), Lewe, Dannenberg (1)



