F1: In zehn Minuten die gute Leistung hergeschenkt

Für die Regionalligafrauen der SG H2Ku Herrenberg brachte die Fahrt zum TuS Steißlingen keine Punkte. Ganz im Gegenteil – das 23:33 (11:12) wirkt auf den ersten Blick sehr ernüchternd. Allerdings hielten die Kuties das Spiel fast vierzig Minuten lang offen.

Dass in der Regionalliga andere Anforderungen an unser Team gestellt werden als noch in der Vorsaison, war schon vor der Runde klar. Gerade in den beiden Auftaktspielen gegen die Spitzenteams aus Stuttgart/Metzingen und Steißlingen wurde das wieder mehr als deutlich. Hohe Konzentration und ein effektives Abschlussverhalten über die komplette Spielzeit sind Grundvoraussetzungen für angestrebte Punktgewinne. Bei den Herrenberger Frauen waren beim Gastspiel im Mindlestal, zumindest zeitweise, in gleich beiden Kategorien Defizite erkennbar. Allerdings konnten die Kuties über weite Strecken der Partie wie auch zuletzt gut mithalten.

Schon der Beginn zeigte eine konzentrierte und motivierte Gastmannschaft, die dem TuS das Leben schwer machte. Auch wenn nach dem eigenen 4:2 den Gastgeberinnen immer wieder ein Aufschließen gestattet wurde, hatten die H2Ku-Frauen jederzeit die Kontrolle über das Spiel. Mit Alexandra Harm stand ein sicherer Rückhalt im Tor und auch die Abwehr ließ kaum etwas zu. Wenn man den Herrenbergerinnen überhaupt einen Vorwurf im ersten Durchgang machen muss, dann war es die Chancenverwertung. „Wir müssen eigentlich mit einer Führung in die Pause gehen“, fand auch Heiko Fleisch. So waren alleine vier vergebene Strafwürfe einer der Gründe, warum Steißlingen noch vor der Halbzeit durch zwei späte Treffer die Partie drehen konnte. Das 12:11 für die Gastgeberinnen war ein Resultat, was der Leistung der Kuties eigentlich in keiner Weise gerecht wurde.

Auch nach dem Seitenwechsel bot sich erst einmal das gleiche Bild. Es war die 38. Minute, als Stefanie Rau das 15:15 erzielte. Für die Mannschaften und auch die Zuschauer war eigentlich klar, dass es auf eine spannende Schlussphase hinauslaufen würde. Doch es sollte anders kommen. Drei Tore in Folge für den TuS Steißlingen brachten innerhalb kürzer Zeit zum ersten Mal im Spiel einen etwas deutlicheren Vorsprung für ein Team. Das sah auch Trainer Heiko Fleisch, der seine Mannschaft zur Auszeit versammelte. Damit wurde der Lauf der Gastgeberinnen allerdings nicht unterbrochen. Die favorisierten Steißlingerinnen nutzten nun die aufkommende Unsicherheit der Gäste eiskalt aus und spielten sich in den kommenden Minuten in einen regelrechten Rausch. Als die Kuties wieder zum Luftholen kamen, hatten sie in den zurückliegenden zehn Minuten volle 13 Gegentore hinnehmen müssen.

Das 28:17 in der 48. Minute war natürlich nicht nur eine Vorentscheidung. Allerdings – und dafür fand Heiko Fleisch später dann auch lobende Worte – gaben sich Spielerinnen in den letzten gut zehn Minuten nicht auf. „Die Mannschaft bis zum Schluss gefightet“, konnte sich der Herrenberger Coach über die Moral seines Teams freuen. Auch wenn es beim letztlich deutlichen 23:33 natürlich nicht mehr zu Zählbarem gereicht hat, haben die Kuties im Hinblick auf die nächste Partie noch einmal einen versöhnlichen Abschluss hinbekommen. Wenn es am Samstag um 20 Uhr in der Markweghalle gegen die SG St.Leon/Reilingen geht, sollen dann solche Negativ-Phasen wie in Steißlingen nicht mehr vorkommen. Dann könnte es trotz der erneuten Außenseiterrolle vielleicht sogar zu den ersten Punkten reichen.

SG H2Ku: Harm, Göhlich, Istrati; Rau (4/2), Schäberle (4), Kappus, Weingärtner, Stäudle (2), Kußmaul (3), Schmidt (2), Schweizer (4), Huber, Venth, Brand (3), Lide (1), Allmendinger

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