M1: Im großen Derby nur eine Halbzeit lang den Ton angegeben
Die Siegesserie der SG H2Ku Herrenberg ist vorerst beendet. Mit dem 26:31 (15:14) beim TSV Altensteig kam der erhoffte fünfte Erfolg nacheinander nicht zustande. Möglich wäre er aber gewesen, denn eine Halbzeit lang waren die Herrenberger die klar bessere Mannschaft.
An der Unterstützung der SG-Fans kann es nicht gelegen haben. Über 150 Zuschauer aus dem Gäu hatten sich auf den Weg in den Nordschwarzwald gemacht, darunter war auch eine volle besetzte und hochmotivierte Fanbusladung, die dem ganzen auch eine entsprechende Stimme verlieh. Und die Herrenberger hatten zu Beginn auch jede Menge zu jubeln. 4:1 stand es nach sechs Minuten, die Chance auf das mögliche 5:1 wurde aber vertan. Bis dahin lief das SG-Spiel wie am Schnürchen. Der Angriff versenkte bis dahin alle Chancen und hinten lief Sebastian Rica-Kovac mit seiner Abwehr gleich auf Betriebstemperatur heiß. Mit der ersten vergebenen Torchance gab es allerdings auch den ersten Bruch im Spiel der SG H2Ku. Gleich eine Serie von fünf vergebenen Möglichkeiten ermöglichten den Gastgebern zunächst ein 4:4.
Die Antwort der Gäste erfolgte aber prompt. Lennart Lohrer, Tim Frommer und Finn Böhm stellten den alten Vorsprung wieder her. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit wiederholte sich dieses Spiel weiter. So stand es in der 20. Minute wieder 10:10. Es gelang der SG H2Ku aber stets immer wieder, eine eigene Führung herauszuwerfen. Das knappe 15:14 zum Halbzeitpfiff für den Gäu-Club war aber eindeutig zu wenig, gemessen an den Spielanteilen.

Diese nur knappe Führung sollte dann im zweiten Durchgang auch schnell aufgebraucht sein. Nur wenige Sekunden nach Wiederbeginn traf der bis dahin fast wirkungslose Gabor Karap zum 15:15 für Altensteig. Nur zwei Minuten später gelang den Gastgebern dann durch ihren überragenden Rückraumschützen Tim Schweizer mit dem 17:16 die erste Führung. Auf Seiten der Herrenberger konnte eigentlich nur Lennart Lohrer mit seinen Toren dagegenhalten. Er brachte es am Ende auf insgesamt 13 Treffer und erzielte damit die Hälfte aller SG-Treffer. Dieser Tordrang galt allerdings in der zweiten Halbzeit nicht mehr für das gesamte Team. Die Durchschlagskraft ging im zweiten Abschnitt fast komplett verloren. „Die Spieler hatten einfach Angst vor Fehlern“, brachte es Marco Melo auf den Punkt. Woran dies nach einer so guten ersten Halbzeit so war, konnte der Herrenberger Trainer kurz nach Spielende auch nicht erklären. Bis wenige Minuten vor dem Ende war der Rückstand der Gäste aber noch nicht uneinholbar. Es sollte aber nicht mehr gelingen, entscheidend näherzukommen. Zwar hielt der ins Tor gekommene Nicolas Rhotert seine Farben im Spiel, letztlich bedeutete aber spätestens das 28:23 vier Minuten vor dem Schlusspfiff die endgültige Entscheidung. „Wir sind einfach noch nicht so weit, um solche Spiele zu gewinnen“, war das ernüchternde Fazit von Herrenbergs Coach Melo nach dem Spiel.
SG H2Ku Herrenberg: Rica-Kovac, Rhotert (beide im Tor), Kohler, Kälbly, Lohrer (13/4), Engau, Fischer (2), Böhm (4/1), Bietsch, Frommer (2), Jacobs, Kretschmann, Krebs (2), Bross (1), Lewe (2)



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