M1: SG erarbeitet sich ein weiteres Endspiel
Mit einer Offensivgala, wie sie in dieser Saison bislang noch nicht zu sehen war, haben die Oberligamänner der SG H2Ku Herrenberg die HSG Konstanz II förmlich aus der Markweghalle gefegt. Das 44:32 (21:17) war dabei der dritte Sieg in Folge. Damit kann die Mannschaft von Trainer Tim Gauß weiter vom Klassenerhalt träumen.
Über 300 Zuschauer traten in der Markweghalle den persönlichen Beweis an, noch immer an die Mannschaft zu glauben. Und auch die Mannschaft selbst blieb diesen Beweis in einem wahren Handballfest nicht schuldig. Vor allem, dass die Mannschaft dem maximalen Druck standhalten konnte, lässt für die beiden restlichen Saisonspiele zusätzlichen Optimismus aufkommen. Denn vor dem Spiel war klar, dass die Herrenberger mit einer Niederlage den Abstieg nicht mehr hätten verhindern können.
Der Beginn der Partie verlief dabei schon vielversprechend. Zwar mussten die Gastgeber auf Moritz Werner wegen eines grippalen Infekts verzichten, doch sollte sich dafür Tim Frommer im Laufe der Partie auf der rechten Rückraumposition zu seiner wohl besten Leistung im bisherigen Saisonverlauf aufraffen. Überzeugend war ohnehin das Wort, das diesen Abend am treffendsten beschreiben konnte. Nachdem die Gäste vom Bodensee mit drei Toren in Folge auf 6:5 stellten, entpuppte sich dieses Zwischenhoch eher als Herrenberger Dosenöffner für eine erste Halbzeit, die im Zeichen höchsten Tempos stand. „Wir wollten so wenig wie möglich in den Positionsangriff gehen. Dafür war Konstanz bisher zu abwehrstark“, erklärte Tim Gauß diese Taktik nach Spielende. Es sollte sich als goldrichtig herausstellen, denn oftmals hatte die Konstanzer Abwehr gar keine Zeit, sich zu formieren. Und da auch die Effektivität sehr hoch war, gelang es den Herrenbergern bis zur Pause ein 21:17 herauszuwerfen.

Die Frage war für den zweiten Durchgang eigentlich schnell gestellt: Würden die H2Ku-Männer dieses immens hohe Tempo beibehalten können? Denn neben Moritz Werner mussten die Gastgeber noch einen weiteren Ausfall, diesen allerdings während des Spiels, verkraften. Linksaußen Luca Kälbly musste bereits nach einer Viertelstunde mit einer glatt roten Karte auf der Tribüne Platz nehmen. Somit fiel eine weitere personelle Alternative weg. Letztlich sollte sich die Befürchtung eines Kräfteeinbruchs aber als unbegründet erweisen.
Bereits nach wenigen gespielten Minuten musste Gästecoach Jonas Hadlich im zweiten Durchgang beim Stand von 28:20 mit einer Auszeit gegensteuern. Während er versuchte, zu retten, was zu retten war, brachte sein Gegenüber erstmals ein weiteres Detail zu Sprache. „Belohnt Euch für Euer Spiel und holt Euch den direkten Vergleich!“. Es wäre praktisch die Kirsche auf der Sahnetorte. Die Spieler taten letztlich dem Coach diesen Gefallen gerne. Auch wenn die Bank der Konstanzer breiter besetzt war, ließ die SG H2Ku ihrem Gegner keine Luft zum Atmen mehr. Bereits elf Minuten vor dem Ende erzielte Oliver Sudar das 37:27. Der Herrenberger Aktivposten stand an diesem Abend aber keineswegs alleine da. Es gab keinen sportlichen Ausfall zu beklagen. Und auch trotz der vermeintlich hohen Zahl der Gegentreffer lieferte auch die Abwehr mit Torhüter David Herz im Tor eine starke Leistung ab.
Am Ende war das 44:32 sogar in dieser Höhe verdient. Am kommenden Sonntag sind dann die Spieler im nächsten Endspiel gefordert. Dann heißt es auch beim Spiel bei der SG Pforzheim/Eutingen II wieder: Siegen oder Fliegen. Immerhin haben die Herrenberger nun aber nur noch einen Zähler Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. „Wenn wir in Pforzheim genauso spielen, können wir auch dort gewinnen“, versprüht Tim Gauß schon eine große Kampfeslust.
SG H2Ku: Herz (1), Sauer (beide im Tor); Kälbly (2), Lohrer (1), Böhm (6), Sudar (8), Bechinke (1), Fischer (2), Frommer (7), Jacobs, Krebs (5), Wittke (8/1), Lewe (2), Dannenberg (1)


