F1: Am Ende hakte es im Angriff
Für die Oberligafrauen der SG H2Ku Herrenberg gab es am vorletzten Spieltag der Saison nach längerer Zeit mal wieder eine Niederlage zu verkraften. Das 30:32 (18:16) bei der SG Weinstadt hatte allerdings für die Kuties keinen Einfluss auf die Tabellenführung. Die Meisterschaft und der damit verbundene Aufstieg in die Regionalliga war zuvor schon gesichert gewesen.
Immerhin haben sich in diesem absoluten Spitzenspiel Zweiter gegen Erster die Gastgeberinnen die Führung in der Rückrundentabelle mit bisher nur drei Minuspunkten erobert. Kein Beinbruch zwar für die Herrenbergerinnen, gewonnen hätten sie das Gipfeltreffen aber dennoch gerne. Ihnen gegenüber stand allerdings auch ein Team, das bis in die Haarspitzen motiviert war. Durch eine mögliche Konstellation mit einer Dreiergruppe in der Endabrechnung um den Relegationsplatz für die Regionalliga brauchten die Gastgeberinnen zur Sicherheit noch einen Punkt, de am besten natürlich gleich gegen den Meister eingefahren werden sollte.
Zu sehen bekamen die etwa 200 Zuschauer in der Beutalsbacher Sporthalle zunächst aber erst einmal Magerkost von ihrer eigenen Mannschaft. Zu dominant ar das Auftreten der Kuties, die ab der ersten Minute mit voller Konzentration zu Werke gingen. Nach zwölf Minuten war ein deutliches 11:5 herausgespielt, nach dem Ende der Startviertelstunde betrug der Vorsprung beim 12:7 noch immer fünf Treffer. Warum die Gastgeberinnen aber auf Rang zwei im Klassement geführt werden, zeigte sich danach. Die folgenden drei Herrenberger Fehler nutzten sie postwendend zu ebenso vielen eigenen Toren. Beim 10:12 war damit wieder alles offen. Noch aber stemmte sich die Kuties erfolgreich gegen die SG Weinstadt. Allerdings war zur Halbzeit der Vorsprung mit dem 18:16 noch immer nur knapp.

Nach der Pause sollte sich das Bild dann aber grundlegend wandeln. Noch ein Mal konnte Sofia Brand auf 19:16 stellen, danach drückten die Weinstädterinnen dem Spiel langsam ihren Stempel auf. Einerseits agierte die Deckung der Kuties nicht mehr so aufmerksam, zum anderen – und das war viel entscheidender – fand die Herrenberger Offensive nun kaum noch eine Lücke im immer stärker werdenden Abwehrverbund der SG Weinstadt. Wenn noch etwas ging, dann meist über die Rechtsaußen Sandra Kußmaul, die einmal mehr bis kurz vor dem Ende eine überragende Leistung bot. Aber auch ihre Tore konnten es nicht verhindern, dass die Gastgeberinnen beim 25:24 zum ersten Mal in Führung gingen.
Eine Vorentscheidung in der inzwischen zur Hitzeschlacht mutierten Partie war dies aber keineswegs. Wenige Minuten vor dem Ende hielt Gabriela Istrati zunächst einen Strafwurf, dann warf Sandra Kußmaul ihre Farben wieder mit 30:29 in Front. Dass gerade sie danach noch zweimal von der Rechtsaußenposition scheiterte, entbehrte dabei nicht einer gewissen Tragik. „Kein Vorwurf. Wir sind ja erst durch Sandra in diese Position gekommen, dass wir noch um den Sieg spielen konnte“, nahm Trainer Heiko Fleisch auch sofort jegliche Kritik den Wind aus den Segeln. Am Ende spielten die Gastgeberinnen ihre ganze Qualität aus und verbuchten so den für sie eminent wichtigen Heimsieg. „Wir müssen die Niederlage zwar aufarbeiten, werden sie aber nicht zu hoch aufhängen. Immerhin haben wir hier beim Tabellenzweiten verloren“, rückte Heiko Fleisch die Relationen gleich wieder gerade.
Am Sonntag empfangen die Kuties dann um 16 Uhr zum letzten Saisonspiel die SG Dornstetten in der Markweghalle.
SG H2Ku: Harm, Göhlich, Istrati (alle im Tor); Schoeneberg (9/5), Schäberle, Kappus (1), Stäudle (1), Kußmaul (10), Schmidt (2), Schweizer, Venth (2), Brand (5), Schröder


