F1: Wille und Leidenschaft sorgen für die ersten Punkte

Mit einer Energieleistung in der Schlussviertelstunde haben die Regionalligafrauen der SG H2Ku Herrenberg am dritten Spieltag der noch jungen Saison den ersten Sieg einfahren können. Das 25:22 (11:13) gegen den Drittligaabsteiger HSG St.Leon/Reilingen war dabei das Ergebnis einer überragenden Abwehr über die gesamte Spielzeit.

Erschwert wurde das Vorhaben erster Sieg zunächst natürlich durch den verletzungsbedingten Ausfall von Sandra Kußmaul. Sowohl in der Abwehr als auch im Angriff sowie im Tempogegenstoß fiel damit eine hohe Qualität aus, die es zu kompensieren galt. Für den Innenblock mit Nora Allmendinger und Stefanie Rau kam damit zudem eine erhöhte Belastung zu. Am Ende konnte Heiko Fleisch feststellen, dass diese Mehrbelastung alles andere als einen Leistungsabfall bewirkte.

Der Beginn verhieß erst einmal gegenseitiges Abtasten. Mit einer recht hohen Fehlerquote auf beiden Seiten ging es bis zum 7:7 nach einer Viertelstunde. Hier hatten es die Kuties allerdings bereits versäumt, nach dem 7:5 nachzulegen. Gesorgt hatte für den Vorsprung vor allem die griffige Abwehr mit einer aufmerksamen Alexandra Harm im Tor, die bereits in der Anfangsphase zwei Strafwürfe entschärfen konnte. Doch es half alles nichts: nach einem 5:0-Lauf hatten die Gäste auf 10:7 gestellt. Doch anders als im ersten Heimspiel gegen Stuttgart/Metzingen konnten die H2Ku-Frauen die letzen Minuten und damit das Halbzeitergebnis beim 11:13 noch offen gestalten.

Auch nach dem Seitenwechsel sah es etwas anders als als im Auftaktspiel. Zwei schnelle Tore durch Sofia Brand und Stefanie Rau ließen beim 13:13 das Spiel praktisch von vorn beginnen. Leider gehörten die Folgeminuten dann eindeutig den Gästen. Die Fehlerquote häufte sich ausgerechnet stets in den Phasen, in denen die Kuties die Chancen hatten, den Vorsprung von St.Leon/Reilingen zu verkürzen oder gar zu egalisieren. So sah sich Heiko Fleisch gezwungen, beim Stand von 16:19 eine Auszeit zu nehmen. Dies erwies sich dann als Gold wert. Mit ihrem sehenswerten Treffer zum 17:19 zündete Nadine Schäberle zugleich die Mannschaft und auch die Fans zu einer Schlussviertelstunde an, die nun ein Rad ins andere greifen ließen.

Sieben Minuten vor dem Ende gelang Sofia Brand mit dem 20:20 der erste Ausgleich nach langer Zeit. Die durch den Ausfall von Sandra Kußmaul auf die Rechtsaußenposition gerückte Shana Stäudle sorgte vier Minuten vor dem Ende mit dem 22:21 für die Führung. Von nun an gab es kein Halten mehr. Den Gästen gelang zwar noch einmal der Ausgleich durch Leonie Scholl, doch handelte sich die Torschützin kurze Zeit später die rote Karte nach einem Foul an Sofia Brand ein. Und auch vorne ging im Angriff der Gäste nichts mehr. Mehr als ein erfolgloses Anrennen in den Abwehrblock ließen die Kuties nicht mehr zu.

„Diese Crunchtime hat sich die Mannschaft heute selbst verdient. Mit den Emotionen sind wir wieder ins Spiel gekommen“, strahlte ein sichtlich gelöster Trainer Heiko Fleisch nach dem 25:22. Am Samstag geht es nun ab 18 Uhr zum TSV Bönnigheim.

SG H2Ku: Harm, Göhlich, Istrati (alle im Tor); Rau (11/7), Schäberle (1), Kappus, Weingärtner, Stäudle (5), Schmidt (1), Seidel, Schweizer (1), Huber, Venth, Brand (4), Lide (1), Allmendinger

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