M1: Wenn der Ball nicht ins Tor will
Spielerisch enttäuscht haben die Verbandsligamänner der SG H2ku Herrenberg am Samstag zwar nicht, dennoch war das Frustpotential nach dem Derby bei der HSG Böblingen/Sindelfingen groß. Denn letztlich ging der Sieg mit dem 33:26 (18:13) klar an die Gastgeber. Für die Gäste hingegen blieb nur die Hoffnung auf das erste Heimspiel am Samstag, wenn gegen die TG Nürtingen-Zizishausen dann auch die ersten Punkte eingefahren werden sollen.
Das erste Derby in einem Pflichtspiel seit vielen Jahren hatte etwa 500 Zuschauer in die Böblinger Murkenbachhalle gelockt. Unter ihnen war auch eine große Schar Herrenberger Fans, die natürlich auf eine erfolgreichere Saison als im Vorjahr hoffen. Allerdings war auf beiden Seiten auch die Ungewissheit über den eigenen Leistungsstand vorhanden. Dies war allerdings wenig überraschend am ersten Spieltag. Der Beginn der Partie zeigte sich dann zunächst ausgeglichen. Bis zum 5:5 in der 10. Minute hatte jede Mannschaft bereits Licht und Schatten offenbart. Dunkle Wolken brauten sich allerdings dann zuerst über die H2Ku-Männer zusammen. Von Minute zu Minute wurde immer deutlicher, dass die Gäste mit dem Torewerfen so ihre liebe Müh und Not hatten. Zwar wurden die Chancen zu diesem Zeitpunkt teilweise mustergültig herausgespielt, dennoch fand der Ball nur noch selten den Weg ins Tor. In erster Linie hatte dies mit Böblingens Neuzugang Tobias Krems zu tun. Der 2-Meter-Hüne mit Regionalligaerfahren beim HC Neuenbürg vernagelte fortan sein Gehäuse und trieb die Herrenberger schier zur Verzweiflung. Da half es dann auch wenig, dass auch die SG-Schlussleute Sebastian Rica-Kovac und Nicolas Rhotert einen sehr guten tag erwischt hatten. Denn nach dem 9:6 nach der Startviertelstunde gesellten sich nun auch noch einige technische Fehler dazu.

Nach dem 15:8 der Gastgeber hätten diese sogar noch auf ein weiteres Tor erhöhen können. Doch Torhüter Rica-Kovac konnte das Gegenstoßtor vereiteln und blies damit zu einer kurzzeitigen Aufholjagd. Vier Treffer in Folge ließen nach dem 15:12 durch Leon Fischer schlagartig die Hoffnung auf eine Wende im Spiel aufkommen. Doch so schnell dieser Optimismus kam, so verflog er leider auch wieder. Zur Pause leuchtete bereits ein deutliches 18:13 von der Anzeigetafel.
Nach dem Seitenwechsel erwischten die Gastgeber den besseren Start. Nach dem Siebenmetertor des starken Dominic Rose zum 21:14 betrug der Vorsprung nach nur drei gespielten Minuten bereits wieder sieben Treffer. Und wieder hatten die H2ku-Männer in der Folgezeit die Möglichkeit, zumindest näherzukommen. Doch erneut fand beim 22:18 ein Strafwurf den Weg nicht ins BöSi-Gehäuse. So war auch diese Chance vertan, entscheidend zum Gegner aufzuschließen. Genau dieses Szenario wiederholte sich später noch einmal, als Jannis Engau zehn Minuten vor dem Abpfiff mit zwei Treffern in Folge auf 25:21 verkürzen konnte. Es war allerdings bis zum Ende der Partie der kleinste Rückstand. Die Schlussphase gehörte eindeutig wieder den Gastgebern, die nun trotz nachlassender Kräfte auf einer Euphoriewelle durchs Ziel gingen.
Allzu dramatisch wollte Herrenbergs Coach Marco Melo die Niederlage aber nicht einordnen. „Wir haben uns die Chancen gut herausgespielt. Wir müssen sie aber auch reinmachen“, hofft er für das erste Heimspiel auf eine deutlich bessere Quote im Angriffsspiel.
SG H2Ku: Rica-Kovac, Rhotert; Kohler (4), Kälbly (1), Lohrer (3/2), Engau (3), Fischer (3), Böhm (5/1), Bietsch, Frommer (2), Jacobs (3), Kretschmann, Krebs, Broß (2), Lewe




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