Das Rückspiel wird nicht einfacher

Die Männer der SG H2Ku Herrenberg empfangen am Samstag um 20 Uhr den TV Bittenfeld II. Die Chancen auf eine Revanche für die herbe Niederlage vor einer Woche gegen den gleichen Gegner stehen nicht allzu gut.

Der Modus der Vorrunde in der Oberliga der Männer bringt es mit sich, dass nach dem Spiel in der Vorwoche zwischen dem TV Bittenfeld II und der SG H2Ku Herrenberg beide Teams nur eine Woche später erneut aufeinandertreffen. Nach dem deutlichen 35:20 der Bittenfelder brennen die Gastgeber natürlich auf eine Revanche. Ob diese allerdings gelingt, erscheint mehr als fraglich.

Lukas Mäusnest wird der Mannschaft heute wieder zur Verfügung stehen / Foto: P. Gebhardt

Die Niederlagenserie der H2Ku-Männer konnte auch zuletzt in Bittenfeld nicht gestoppt werden. Selbst die Höhe der Pleite beim Tabellenführer war dabei keine größere Überraschung. Mit einem Rumpfkader traten die Herrenberger an, ganze zwei Feldspieler und ein Torhüter waren zum Anpfiff  auf der Auswechselbank zu sichten. Und auch für das Rückspiel in der Markweghalle sieht es kaum besser aus. „Kenneth Stiegen fehlt weiterhin, auch Peer Wisst fällt mit seinem Hämaton aus. Lediglich Lukas Mäußnest kehrt in den Kader zurück“, so Fabian Gerstlauer. Und es ist durchaus kein Galgenhumor, wenn sich der Herrenberger Trainer darüber freut, wenigstens mit drei Wechselspielern agieren zu können. „Mit der Rückkehr von Lukas ergeben sich für uns wieder etwas mehr Möglichkeiten in taktischer Hinsicht“, hofft Coach Gerstlauer.

Allerdings gibt auch er sich keinen Illusionen hin: „Wir sind klarer Außenseiter. Es müsste schon alles passen, um gegen Bittenfeld eine Überraschung zu schaffen“. Schon vor dem Spiel in Bittenfeld hatte Fabian Gerstlauer eindringlich vor den Qualitäten des Tabellenführers gewarnt. Zu seinem Leidwesen hatte sich dies alles auch bestätigt. Und so hat sich auch vor dem Duell am Sonntag kaum etwas an seiner Einschätzung geändert. „Mit Fabian Lukas und Dalio Uskok verfügt Bittenfeld über zwei intelligente  Spielmacher. Dazu kommt mit Nick Lehmann ein starker Torwart und mit Alexander Bischoff ein Spieler, der den ganzen Laden zusammenhält“. Damit meint Gerstlauer, dass der Kreisspieler der Dreh-und Angelpunkt in der Abwehr ist. Trotz der klaren Außenseiterrolle schwingt trotzdem die Hoffnung auf einen Überraschungssieg mit. Es wäre der erste der Saison.

Nichts zu holen mit dem letzten Aufgebot

SG H2Ku unterliegt deutlich beim Tabellenführer

Es war schon im Vorfeld klar, dass es für die Oberligamänner der SG H2Ku Herrenberg zum letzten Spiel der Hinrunde der Vorrundengruppe A beim TV Bittenfeld II schwer werden würde, ein achtbares Ergebnis zu erzielen. Doch mehr als das deutliche 20:35 (10:17) hatte sich die Mannschaft um Kapitän Valentin Mosdzien dann doch vorgestellt.

Unter der Woche schon musste Fabian Gerstlauer beim Training improvisieren. Mehr als ein vier gegen vier war da meist nicht drin. Und wenn da noch etwas Hoffnung für das Spiel am Wochenende auf eine Besserung der Personalsituation mitschwang, war diese am Spieltag selbst schnell verflogen. Beim Anpfiff saßen mit Georg Mohr, Philipp Wanner und Marvin Georg lediglich drei Spieler als Wechselalternative auf der Bank.

In den ersten Minuten machte sich dies natürlich nicht bemerkbar. Allerdings häuften sich nach dem 3:2 von Valentin Mosdzien die eigenen Fehler, die von den Gastgebern dankbar zu Tempogegenstößen angenommen wurden. Drei Gegentore in Folge brachten den Tabellenführer zunächst in Front, beim 7:4 nach acht Minuten nahm Coach Gerstlauer seine erste Auszeit. Möglichkeiten zu großen taktischen Änderungen hatte er dabei freilich keine. Nach nicht einmal zwölf Minuten sah sich der Trainer nach dem 10:4 allerdings zum zweiten Time-Out gezwungen. Der Wechsel im Tor von Primoz Prost zu Georg Mohr war da noch die auffälligste Aktion, ansonsten kam nun auch Philipp Wanner Alternative für Valentin Mosdzien, Sven Jacobs oder Sven Schmitt ins Spiel. Allerdings offenbarte es sich schnell als Handicap, dass bei den Verschnaufpausen für Sven Jacobs kein großgewachsener Spieler mehr für den Rückraum vorhanden war. Trotz des dünnen Kaders wäre zumindest bis zur Pause ein besseres Resultat als das 17:10 für Bittenfeld möglich gewesen.

Finn Böhm war als einziger Kreisläufer über sechzig Minuten gefordert / Foto: P.Gebhardt (Archiv)

Nach dem Wechsel wurde schnell klar, dass es an diesem Abend nur noch um Schadensbegrenzung gehen würde. Bereits nach sieben Minuten in Halbzeit zwei wurde beim 21:11 das erste Mal ein Vorsprung von zehn Toren für den Tabellenführer notiert. Aber selbst das war den Gastgebern nicht genug. „In der zweiten Halbzeit hat Bittenfeld enorm aufs Tempo gedrückt“, musste Fabian Gerstlauer sehr zum Leidwesen seiner Mannschaft feststellen. Nach dem 23:13 legte der Gastgeber einen Zwischenspurt zum 29:13 ein. Da fiel es bei der Tempohatz des TVB II nicht einmal groß auf, dass die Hausherren munter durchwechseln konnten. Zumindest in der Schlussviertelstunde konnten die Herrenberger das Ergebnis nicht weiter ausufern lassen. Das 35:20 war am Ende aber mehr als deutlich. Als Grund für das Ergebnis gab es für Fabian Gerstlauer zuerst einmal den dünn besetzten Kader: „Mit dieser Mannschaft von heute sind wir natürlich nicht wettbewerbsfähig“. Doch noch etwas anderes war für den Coach entscheidend: „Bittenfeld hat in dieser Saison sicher die beste Mannschaft der letzten Jahre beisammen. Die dürften ein gewaltiges Wörtchen im Kampf um den Aufstieg mitreden“. Bereits am kommenden Samstag treffen beide Mannschaften erneut aufeinander, wenn es in der Markweghalle zum ersten Spieltag der Rückrunde kommt.

SG H2Ku: Mohr, Prost; Wanner (2), F.Böhm (1), Georg, Bechinka (2), Schmitt (3), Fischer (3), Mosdzien (7/3), Jacobs (2),

Der Kader dünnt weiter aus

SG H2Ku muss am Samstag beim Spitzenreiter in Bittenfeld ran

Mehr Außenseiter geht nicht. Wenn am Samstag um 19:30 Uhr die Männer des TV Bittenfeld II in der Oberliga Bade-Württemberg zum bereits letzten Hinrundenspieltag der Gruppe A auf die SG H2Ku Herrenberg treffen, ist es zugleich das Duell Erster gegen Letzter. Die angespannte personelle Situation der Herrenberger macht die Aufgabe dabei noch um einiges schwieriger.

Schon die langfristigen Ausfälle von Torhüter Finn Hummel und den Rückraumspielern Janne Böhm und Joshua Stöffler haben ein sportlich riesiges Loch in den Kader der SG H2Ku gerissen. Als Draufgabe wird nun der Halblinke Kenneth Stiegen nach seiner Entzündung im Unterarm für die nächsten beiden Spiele pausieren müssen. Auch Linkshänder Peer Wisst wird am Samstag in der Gemeindehalle von Bittenfeld wegen eines Hämatoms im Unterschenkel ausfallen. Zu guter Letzt stehen hinter den Einsätzen von Kreisläufer Lukas Mäußnest und Allrounder Sven Schmitt riesige Fragezeichen. Beide meldeten sich unter der Woche mit Fieber vom Training ab. Sollten alle diese Akteure ausfallen, dürfte es reichlich Platz auf der Auswechselbank geben.

Trainer Fabian Gerstlauer ist wegen der personellen Situation nicht zu beneiden / Foto: P.Gebhardt (Archiv)

Aber auch mit voller Kapelle wäre es für den Gäu-Club eine denkbar schwere Aufgabe. „Bittenfeld verfügt schon seit Jahren über eine äußerst talentierte Truppe mit einigen erfahrenen Säulen“, weiß Fabian Gerstlauer. Größten Respekt hat der Trainer dabei vor Alexander Bischoff. Der Kreisläufer ist der starke Rückhalt in der Abwehr mit riesiger Erfahrung. Zudem stehen mit Spielern wie Dalio Uskok, Fabian Lukas oder Torhüter Nick Lehmann im Team, die allesamt Spiele allein entscheiden können.

Für die Gäste aus Herrenberg gab es schon in den letzten Jahren wenig zu holen im Waiblinger Stadtteil Bittenfeld. Zumindest als Vorbild sieht Trainer Gerstlauer den samstäglichen Gegner: „Natürlich kann man Bittenfeld mit seinen Möglichkeiten nicht als Blaupause nehmen. Man sieht aber, dass es sich lohnt, über längere Zeit mit Eigengewächsen zu arbeiten“. Auf der Gegenseite stehen zwar auch junge Talente mit Potential, der Faktor Zeit spielt aber momentan für die Arbeit bei der SG H2Ku keine günstige Rolle. Denn noch immer warten die Herrenberger auf die ersten Punkte. Ob diese ausgerechnet beim Spitzenreiter eingefahren werden können, ist aber mehr als ungewiss. Übrigens treffen beide Teams durch die spezielle Ansetzungsform der Vorrundengruppe A bereits eine Woche später in Herrenberg erneut aufeinander. Aber auch da sind die Rollen schon jetzt klar verteilt.

Die Mannschaft belohnt sich nicht für ihre Leistung

Für die Männer der SG H2Ku Herrenberg wird die Luft in der Oberliga Baden-Württemberg dünner. Auch im sechsten Spiel der laufenden Runde gab es für den Gäu-Club nichts zu holen. Allerdings offenbarte die Mannschaft beim 27:30 (14:17) in eigener Halle gegen den TV Willstätt deutliche Fortschritte. Dass am Ende nichts Zählbares heraussprang, hatte sie vornehmlich der schwachen Chancenverwertung zu verdanken.

Als nach acht Minuten bereits ein 5:2 für die Willstätter Gäste von der Anzeigetafel der Markweghalle leuchtete, sah alles nach dem Muster der bisherigen Spiele aus, in dem die Herrenberger oftmals bereits in der Anfangsphase den Anschluss an den Gegner verloren. Eigentlich war es jedoch ein Spiel zweier Mannschaften auf Augenhöhe. Es gab nur einen kleinen Unterschied: Die Gäste nutzten ihre Möglichkeiten konsequent und die Gastgeber eben nicht. Immer wieder fanden die Schützen der SG H2Ku bereits in der Anfangsphase in Willstätts Torhüter Maxime Duchene ihren Meister. Zwei Treffer von Sven Jacobs und das Tor von Lukas Mäußnest hielten die Gastgeber vor den knapp 300 Zuschauern aber beim 6:7 noch im Rennen. Beim 13:8 für die Gäste nach knapp zwanzig Minuten sah dies aber schon anders aus. Grund genug für Fabian Gerstlauer, seine erste Auszeit zu nehmen. Mit einer offensiven 4:2-Abwehr und dem Wechsel im Tor von Primoz Prost zu Georg Mohr sollte das schlingernde Schiff wieder auf Kurs gebracht werden. In der Tat war die Abwehrarbeit nun effektiver. Die Problematik im Angriff blieb aber. Allein sieben Hundertprozentige konnten im ersten Durchgang nicht im Tor untergebracht werden. Das Highlight der ersten Halbzeit konnten die H2Ku-Männer aber zumindest für sich verbuchen. Kenneth Stiegen brachte das Kunststück fertig, nach Ablauf der Spielzeit mit einem direkt verwandelten Freiwurf auf 14:17 zu verkürzen.

Foto: Sven Jacobs war dreimal für die SG H2Ku erfolgreich

Dieses Hochgefühl wollte die SG H2Ku eigentlich nutzen, um den TV Willstätt weiter in Bedrängnis zu bringen. Doch genau das Gegenteil trat ein. Vier vergebene Chancen nacheinander waren dann doch zuviel. Der Drittligaabsteiger bedankte sich für diese Gastfreundschaft mit zwei Toren und dem 19:14. Trotzdem schaffte Sven Schmitt noch einmal den Anschluss auf 18:20. Die spannende Frage war indes, wie Sven Schmitt und Valentin Mosdzien das Verteidigen auf der Spitze der 4:2- Abwehr und die gleichzeitige Verantwortung im Angriff kräftemäßig verarbeiten können. Sie taten es zumindest so gut, dass beide mit ihrer Dynamik die Mannschaft immer wieder antrieben. Sven Schmitt war es schließlich vorbehalten, das Spiel mit seinem Schlagwurf zum 26:27 wieder völlig offen zu gestalten. Dass die Wende dann doch nicht mehr gelang, hatte auch viel mit Willstätts gefährlichstem Rückraumakteur zu tun. Jan-Philipp Valda besorgte einen Treffer selbst und legte den zweiten auf. Die Folge war das 29:26 vier Minuten vor dem Ende und gleichzeitig die Entscheidung.

Trotz der Niederlage zog Fabian Gerstlauer ein positives Fazit: „Wir haben heute vieles richtig gemacht. Man hat vor allem gesehen, dass die Mannschaft lebt“.

SG H2Ku: SG H2Ku: Mohr, Prost; Wisst, Wanner, F.Böhm (3), Georg, Stiegen (3), Bechinka, Schmitt (8/6), Fischer (4), Mosdzien (3), Mäußnest (2), Jacobs (4)

SG-Männer gehen erneut als Außenseiter ins Rennen

Am heutigen Samstagabend erwarten wir mit dem TV Willstätt einer jener Mannschaften, die im Vorfeld als einer der Favoriten für die Aufstiegsrunde gehandelt wurde. Inzwischen hat das Team, das wir mit ihren Funktionären und Fans herzlich in der Gäu-Stadt willkommen heißen, jedoch etwas Mühe, den Kontakt an die unmittelbare Spitze herzustellen.

Für unsere Mannschaft hat es auch am vergangenen Sonntag wieder nicht für die ersten Punkte gereicht. Einmal mehr bestätigte sich die Erkenntnis, dass es in einer extrem ausgeglichenen und spielstarken Liga unabdingbar ist, sein Leistungsvermögen über sechzig Minuten abzurufen. Für jeweils eine sehr gute Halbzeit in den letzten beiden Auswärtsspielen in Schwäbisch Gmünd als auch in Sandweier gab es zwar Lob, aber nichts Zählbares.

Fabian Gerstlauer möchte mit seinem Team den ersten Sieg einfahren / Foto: P.Gebhardt (Archiv)

Für das heutige Spiel gegen den Drittligaabsteiger aus der Ortenau hat sich die Mannschaft viel vorgenommen. Dass genug Potential für Siege vorhanden ist, bleibt unstrittig. Mit Hilfe des Publikums im Rücken soll dies auch in Punkte verwandelt werden. Besonders die Abwehrarbeit steht zur heutigen Partie wieder im Fokus. 30 erzielte Tore im Schnitt sind zwar ein respektabler Wert, jedoch stellen die fast 39 Gegentore pro Partie eine Zahl dar, der unbedingt nach unten korrigiert werden sollte. Gerade die zweite Hälfte von Gmünd und der erste Durchgang am vergangenen Wochenende in Sandweier geben hier Anlass zur Hoffnung.

Unsere Gäste gehen trotz allem als klarer Favorit in das Spiel. Zufrieden ist man in Südbaden mit dem bisherigen Saisonverlauf allerdings ganz und gar nicht. Die letzte Heimniederlage gegen den TSV Weinsberg ließ Trainer Robin Haller sogar dazu verleiten, den Abstiegskampf auszurufen. In dieser Partie hatte Willstätt seinen Konkurrenten bis fünf Minuten vor dem Ende sicher im Griff, um am Ende nach sechs Gegentoren in Folge mit 34:36 zu verlieren. Dabei hatten der Punktgewinn gegen Köndringen/Teningen und der Heimsieg gegen den TVS Baden-Baden in den ersten beiden Spielen der Runde noch die Stärke der Willstätter untermauert. In den folgenden vier Partien gab es jedoch nur ein Sieg im Nachbarschaftsduell vor über 1000 Zuschauern gegen den TuS Schutterwald. Schaut man sich den Kader der Willstätter an, so verwundert dies schon etwas. Spieler wie Jan-Philpp Valda, Illia Hreblev oder Dinko Dodig haben im süddeutschen Raum einen sehr guten Ruf. Auffällig ist aber, dass sich in dieser Saison die Last des Torewerfens auf viele Schultern verteilt.

Ein besonderes Willkommen richten wir natürlich auch an Steffen Dold, der einmal mehr in seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt. Dem Torhüter, der sicher wieder mit hoher Motivation ins Spiel geht, wollen unsere Angreifer natürlich das Leben so schwer wie möglich machen. Wie der Kader der SG H2Ku am heutigen Abend aussehen wird, dürfte sich teilweise erst am Spieltag entscheiden, da sich noch einige Spieler mit Blessuren herumschlagen.

Erneut nur eine gute Halbzeit

Auch wenn die Oberligamänner der SG H2Ku Herrenberg bei ihrem Gastspiel beim TVS Baden-Baden am Ende deutlich mit 27:40 (17:18) unterlagen, sah es eine Halbzeit lang nach einem durchaus spannenden Spiel aus. Unter dem Strich blieb allerdings nur die fünfte Niederlage im fünften Spiel.

Die größte Sorge für Fabian Gerstlauer war im Vorfeld noch gewesen, die Startoffensive einigermaßen unbeschadet zu überstehen. Denn genau hier fegen die Gastgeber oftmals über ihre Gegner hinweg. Und tatsächlich sah es so aus, als ob sich dieses Szenario auch gegen die H2Ku-Männer so abspielen sollte. Nach vier Minuten stand es bereits 4:1, nach sieben Minuten lag die SG mit 2:7 hinten. Ab diesem Zeitpunkt etwa nahmen dann auch die Gäste am Spiel teil. Bis zum 14:9 sah es zunächst nicht nach einer Aufholjagd aus, doch dann schaltete die SG H2Ku hoch. Der in der ersten Halbzeit nimmermüde Sven Schmitt traf zweimal, dazu noch jeweils ein Treffer von Leon Fischer, Philipp Wanner und schließlich Lukas Bechinka sorgten auch mit einem von Georg Mohr entschärften Strafwurf dafür, dass es wenige Minuten vor der Pause plötzlich 14:14 stand. Der Favorit wankte, doch er fiel nicht. Mit einer offensiven Abwehrumstellung rettete sich Sandweier zumindest noch mit einem 18:17 in die Kabine.

Lukas Mäußnest traf vom Kreis fünf Mal / Foto: P.Gebhardt (Archiv)

Nach dem Seitenwechsel brauchte es nicht einmal fünf Minuten, bis Fabian Gerstlauer zum ersten Mal zu einer Auszeit gezwungen war. 22:18 hieß es zu diesem Zeitpunkt. Der Herrenberger Coach musste schon zu diesem frühen Zeitpunkt der zweiten Halbzeit mit ansehen, wie seine Spieler mit der 3:2:1-Deckung der Gastgeber überhaupt nicht zurechtkamen. Vor allem Sandweiers Deckungsspitze Julian Schlager streute immer wieder Sand ins Getriebe der SG-Offensive. Eine Vorentscheidung fiel dann innerhalb von fünf Minuten. Da schraubten die Gastgeber das Resultat von 24:21 auf 29:21. Zu diesem Zeitpunkt war noch eine Viertelstunde zu spielen. Die Befürchtungen  sollten sich in der restlichen Spielzeit dann auch bestätigen. Zumindest gelangen vor allem über den Kreis noch einige gute Aktionen. Verhindern konnte dies aber die klare Niederlage auch nicht mehr.

Nichts zu verlieren beim Tabellenvierten

Die Rollen sind klar verteilt. Wenn am Sonntag um 17 Uhr die Oberligamänner der SG H2Ku Herrenberg in der Rheintalhalle von Sandweier auf den TVS Baden-Baden treffen, gehen die Gastgeber als klarer Favorit ins Rennen. Ärgern wollen die Herrenberger den Drittligaabsteiger aber allemal.

Vier Spiele, vier Niederlagen. Die Ausbeute aus den ersten Partien liest sich im Vorfeld des Sonntagspiels alles andere als vielversprechend. Und tatsächlich gibt es nicht allzu viele Fakten, die für die SG H2Ku Herrenberg sprechen. Eigentlich ist es nur der Blick ins Archiv, der den Optimismus rechtfertigen würde. In den beiden ersten Auswärtsspielen der Herrenberger nach dem damaligen Drittligaabstieg siegte die SG jeweils mit 32:28. Allerdings ist dies auch schon sieben beziehungsweise sechs Jahre her. Die Gäste-Mannschaft aus dem Gäu der heutigen Tage ist mit dem Team von damals nicht mehr vergleichbar.

Die Gastgeber pendeln indes seit einigen Jahren zwischen der dritten Liga und der Oberliga Baden-Württemberg. Und auch in diesem Jahr zählen die Badener zu den heißen Anwärtern zumindest auf einen Platz in der Aufstiegsrunde. Mit derzeit 6:4 Punkten behaupten sie momentan eben jenen vierten Tabellenrang, der zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde berechtigt.

Gelingt Leon Fischer mit seiner Mannschaft eine Überraschung in Sandweier? / Foto: P. Gebhardt (Archiv)

Für die Herrenberger sind solche Ambitionen derzeit kein Thema. Null Punkte auf der Habenseite sprechen hier eine deutliche Sprache. Fabian Gerstlauer lässt sich seinen Optimismus dadurch aber nicht nehmen. „Was meine Mannschaft in der zweiten Halbzeit in Gmünd geleistet hat, verdient schon Respekt“, so der Coach. Zur Erinnerung: Vor zwei Wochen lag der Gäu-Club zur Pause schon aussichtslos mit 15:25 im Hintertreffen, um innerhalb von achtzehn Minuten beim 28:28 auf Remis zu stellen. Auch wenn das Spiel letztlich verloren ging, zieht der Herrenberger Trainer viele positive Aspekte aus der Partie. „Mit der Leidenschaft, mit der wir in dieser Phase gespielt haben, haben wir in jedem Spiel eine Siegchance“, hofft Fabian Gerstlauer auf eine Überraschung in Sandweier.

Personell gibt es bei den Gästen allerdings noch einige Fragezeichen. Kenneth Stiegen, der in den letzten beiden Partien eine klare Leistungssteigerung erkennen ließ, plagt sich mit einer Entzündung im Unterarm umher. Valentin Mosdzien konnte zuletzt mehrere Tage mit einem grippalen Infekt nicht trainieren. Fabian Gerstlauer hofft dennoch darauf, beide Spieler zumindest erst einmal auf dem Spielbogen vermerken zu können. Primoz Prost hingegen wird für die Partie nicht zur Verfügung stehen.

Neue Strukturen im Männerhandball der SG

Ab der Saison 2024/2025 wird der Männerhandball in Herrenberg von einem Kompetenzteam gesteuert. 

Hansi Böhm wird zum Ende dieser Saison 2023/2024 seine Tätigkeit als Sportlicher Leiter bei der SG H2Ku beenden. 

Die SG nimmt sein Ausscheiden zum Anlass, die Verantwortlichkeiten für den Männerhandball der SG zukünftig neu aufzustellen. Ganz bewusst wird dabei ein neuer Weg eingeschlagen: Der Männerhandball der SG wird ab der Saison 2024/2025 von einem Kompetenzteam gesteuert, das jetzt bereits mit der Arbeit und den Vorbereitungen begonnen hat. 

Das Kompetenzteam Männerhandball übernimmt dabei nicht nur die Aufgaben der Sportlichen Leitung für das Männer 1 Team, sondern möchte den gesamten SG-Männerhandball von den älteren Jugendmannschaften und allen Aktiven Mannschaften steuern. 

Das Kompetenzteam setzt sich zusammen aus aktuellen/ehemalige Spielern/Trainern: Alexander Zürn, Chris Dürner, Marcel Kohler, Miro Mezger, Nicolas Rhotert, Sascha Marquardt, Tim Gauß 

Darüber hinaus steht das Team in engem Austausch mit dem Vorstand. 

Mit der Übertragung der Verantwortlichkeiten auf ein Team 

  • bleibt der Einsatz für den einzelnen überschaubar und ermöglicht so Ehrenamt mit Beruf und Freizeit zu vereinbaren
  • erreichen wir eine gesunde Altersstruktur
  • kombinieren wir die vielfältigen in der SG vorhandenen Kompetenzen

Das Team zeichnet aus, dass allen Beteiligten

  • die SG H2Ku und attraktiver Leistungshandball in Herrenberg am Herzen liegt
  • Lust haben, diesen neuen Weg gemeinsam zu gehen

Wir freuen uns darauf, diesen Weg mit euch zusammen zu gehen!

Meine Region. Mein Verein. SG H2Ku

Jan Rhotert

SG H2Ku Herrenberg
im VfL Center
Schießmauer 6
71083 Herrenberg

Die zwei Gesichter der SG H2Ku

Mit einer Niederlage kehrten die Oberligamänner der SG H2Ku Herrenberg am späten Freit aus Schwäbisch Gmünd zurück. Beim 33:38 (15:25) hätten die beiden Halbzeiten nicht unterschiedlicher sein können.

Für die Truppe von Trainer Fabian Gerstlauer war es bereits die vierte Niederlage im vierten Spiel. Wie auch in den drei Spielen zuvor, offenbarte auch dieses Match wieder seine eigene Geschichte.

Es waren gerade einmal zehn Minuten gespielt, als Fabian Gerstlauer zum ersten Mal seine Timeout-Karte zückte. Zwar begannen beide Teams sehr nervös und fahrig, trotzdem stand es hier bereits 6:2 für die Gastgeber. Mehrere ausgelassene Chancen und technische Fehler ermöglichten es den Gastgebern schon früh, eine sichere Führung zu erzielen. Mehr noch im weiteren Verlauf der ersten Hälfte schienen die Gmünder, die dankend alle Herrenberger Geschenke annahmen, ihren Gegner überrollen zu wollen. Nach 18 Minuten stand es bereits 15:5, die Frage des Siegers schien hier schon beantwortet. Zumindest konnten die H2Ku-Männer den Rückstand auf diesem Niveau halten. Das 25:15 zum Pausenpfiff ließ jedoch nichts Gutes erahnen.

Valentin Mosdzien war in Schwäbisch Gmünd kaum zu stoppen / P.Gebhardt

Die Marschroute für die zweite Hälfte konnte logischerweise nur noch Schadensbegrenzung lauten. Und so lautete der bescheidene Wunsch des Trainers für den zweiten Abschnitt: „Wir wollen die zweite Halbzeit gewinnen“. Was sich dann allerdings in der großen Sporthalle von Schwäbisch Gmünd abspielte, gibt es so auch nur sehr selten im Handball. Hatten die Gastgeber im ersten Abschnitt noch 18 gebraucht, um beim den erstmaligen Vorsprung von 15:5 zu erreichen, waren es nun exakt ebenso 18 Minuten in der zweiten Halbzeit, die den Herrenbergern ausreichte, um auf Remis zu stellen. Angetrieben vom unermüdlichen Spielmacher Valentin Mosdzien im Angriff, über eine emotionale und leidenschaftliche Abwehrarbeit mit einem überzeugenden Primoz Prost zwischen den Pfosten, holten die Gäste Tor um Tor auf. Nach dem Ausgleich zum 28:28 durch einen Gewaltwurf von Kenneth Stiegen hatte die SG H2Ku sogar die Möglichkeit, gegen einen völlig verunsicherten Gegner in Führung zu gehen.

Die Chance wurde jedoch vertan, der TSB erzielte mit dem 29:28 den immens wichtigen, eigenen Führungstreffer. Die Manndeckung gegen Valentin Mosdzien und das 7 gegen 6- Überzahlspiel brachte den Gastgebern nun ihrerseits wieder Oberwasser. Fünf Fehlversuche der SG-Männer später waren nach dem 32:29 die Vorentscheidung. Diese Führung ließ sich der bis dato Tabellenletzte nicht mehr aus der Hand nehmen. Mit dem Sieg übergaben die Gmünder nun die rote Laterne an die SG H2Ku.

Da das eigentlich für Samstag vorgesehene Heimspiel gegen Köndringen/Teningen verlegt wurde, kann sich die Mannschaft nun zwei Wochen lang auf das schwere Auswärtsspiel am Sonntag, den 29. Oktober beim TVS Baden-Baden vorbereiten.

SG H2Ku Herrenberg: Prost, Mohr (beide im Tor), Wisst (2), Finn Böhm (1), Georg, Stiegen (4), Bechinka (4), Schmitt (6), Fischer, Mosdzien (8/3), Mäußnest (8), Jacobs

„Die Mannschaft weiß, um was es geht“

SG H2Ku tritt am Freitag beim ebenfalls punktlosen Vorletzten an

Das nennt man wohl richtungsweisend. Wenn am Freitag um 19:30 Uhr in der Großen Sporthalle von Schwäbisch Gmünd der gastgebende TSB auf die SG H2Ku Herrenberg trifft, ist es das Duell Letzter gegen Vorletzter. Demzufolge heißt es für beide Mannschaften eigentlich „verlieren verboten“.

Drei Spiele hat die SG H2Ku bisher absolviert, alle drei gingen verloren. Mal mehr, mal weniger deutlich musste das Team von Trainer Fabian Gerstlauer die Punkte dem Gegner überlassen. Am Freitag soll sich das endlich ändern. Allerdings geht der Gäu-Club auch in diese Partie nicht als Favorit. Zu unstet waren die Leistungen der Gerstlauer-Truppe bisher, um daraus Rückschlüsse für die Partie in Gmünd ziehen zu können. Vor allem die Abwehr hat bisher die Erwartungen nicht erfüllen können. Der Wechsel in der Vorwoche von einer offensiven Variante zurück zur 6:0- Abwehr brachte auch nicht den gewünschten Erfolg. Trainer Fabian Gerstlauer haderte nach der Niederlage gegen den TSV Weinsberg allerdings auch etwas mit dem Schicksal. „Weinsberg hat leider in unserer Halle eines der besten Spiele gegen uns gemacht“, so der Herrenberger Coach. Natürlich nahm er nach dem Schlusspfiff auch sein eigenes Team in die Pflicht. Seine Worte haben dabei ihre Aktualität auch für die Partie beim punktlosen Tabellennachbarn nicht verloren. „Wir müssen unsere volle Leidenschaft ins Spiel bringen. In der Abwehr muss jeder für den anderen einstehen und helfen“, fordert Gerstlauer auch für das wegweisende Spiel beim TSB.

Georg Mohr bildet heute mit Primoz Prost ein starkes Torhüterduo / Foto: P. Gebhardt

Die Gastgeber stehen vor der Partie ebenfalls unter Druck. Nach Lage der Dinge könnten sich beide Teams im kommenden Frühjahr in der Abstiegsrunde wiedersehen. Das hieße, dass die zu vergebenden Punkte mit in die Abstiegsrunde mitgenommen werden. Das würde die Partie zugleich in die Wertigkeit einer Vier-Punkte-Partie hieven.

Fabian Gerstlauer sieht den Gegner indes auch wegen des Heimvorteils in einer Favoritenrolle. „Auch wenn die Mannschaft nicht zuletzt wegen einiger Abgänge nicht so stark erscheint wie im letzten Jahr, besitzt sie noch eine hohe Qualität“, erklärt der Trainer. Aber auch aus noch einem anderen Grund schiebt Gerstlauer sein eigenes Team in die Rolle des Underdog. Mit Johannes Theurer verlor die Mannschaft einen wichtigen Akteur zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison. Der Halblinke wird aufgrund eines attraktiven Jobangebotes ab sofort seinen Wohnsitz nach München verlegen. Zu allem Überfluss plagte sich Kreisläufer Finn Böhm unter der Woche mit Rückenschmerzen umher. Sein Einsatz erscheint zumindest fraglich. In Sachen Einstellung sollten aber diese potentiellen Ausfälle keine Rolle spielen, denn Fabian Gerstlauer hat auch erkannt: „Die Mannschaft weiß, worum es geht“.

Für die Partie bietet der TSB einen kostenpflichtigen Livestream an.

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